Am Samstag, den 22. November 2025 um 19:30 Uhr präsentiert Kolk 17 Figurentheater das Stück "Leonce und Lena - oder: Von der Kunst, ein Narr zu werden!". Das Marionettenspiel frei nach Georg Büchner stellt die Frage: "Können abhängige, unterdrückte, fremdgesteuerte Menschen überhaupt Akte der Freiheit begehen?"
„Heiraten? König werden?“ Auf keinen Fall! – Der junge Prinz Leonce durchschaut die Gesellschaft, in die er hineinwachsen soll: nichts als raffinierte Müßiggänger! Auf keinen Fall! Es liegt auf der Hand: Nur als Narr kann man der Narrheit der Welt begegnen.
Leonce und Valerio wollen keine nützlichen Mitglieder der Gesellschaft werden, auch Prinzessin Lena nicht! Auf ihrer Flucht begegnen sich die jungen Leute, die mit nüchternem Blick die Welt durchschauen, aber närrisch genug sind, Utopien zu haben. Hochvirtuos und berührend spürt die Inszenierung mit kabarettistischen Schlenkern, Livemusik, mit mal grotesken, mal ausgefeilten Lindenholzfiguren der Liebeskomödie und dem Gedankenkosmos von Büchner nach.
Foto: (c) Klaus Dieter Klockmeier
Können abhängige, unterdrückte, fremdgesteuerte Menschen überhaupt Akte der Freiheit begehen? Büchner hat für die Determiniertheit des Menschen gerne die Metapher der Marionette benutzt: „Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen.“ Die Theaterform der Marionette drängt sich also geradezu auf, um Büchner auf der Bühne zu verhandeln. Denn auch die scheinbar gänzlich determinierte Marionette vermag Dinge, die wir ihr nicht zugetraut hätten.
„Der Einzelne nur Schaum auf der Welle“, schreibt Büchner , „die Herrschaft des Genies ein Puppenspiel.“ – Also spielen wir, um Büchner in unsere Zeit zu bringen. Zwischenspiele aus Briefen und anderen Dokumenten zeigen Momente aus Büchners kurzem Leben und werfen Schlaglichter auf die Umstände der Stückentstehung. Ein lebensgroßer Geier, gebildet aus Fesseln und Stricken, betrachtet unablässig das Geschehen auf der Bühne. Wird er satt werden am Ende des Stücks? Wir werden es sehen.
Bühne: Compagnie Ambrella und Rosenfisch
Spiel: Heike Klockmeier, Stephan Wunsch
Regie: Dietmar Staskowiak
Figuren: Jürgen Maaßen, Stephan Wunsch
Idee: Heike Klockmeier, Stephan Wunsch
Szenografie: Jürgen Maaßen
Textfassung: Stephan Wunsch, frei nach Georg Büchner
Spieldauer: 90 Minuten Inkl. Pause
Leonce und Lena
Samstag, 22. November um 19:30 Uhr
KOLK 17 Figurentheater, Kolk 14, 23552 Lübeck
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Weitere Infos unter www.kolk17.de

