Wie sehr es doch schmerzt
Maria Mena "Growing Pains"

Sabine VierusVon

Künstler sind dafür bekannt, ihre Erfahrungen in ihre Werke einfließen zu lassen. Musiker nutzen dafür ganz besonders ihre Texte, um den Hörer an ihrem Leben teilhaben zu lassen. Die Norwegerin Maria Mena tut dies mit ihrer neuen CD Growing Pains ebenso.

Bekannt wurde Maria Mena in Deutschland im Jahr 2005, als sie mit ihrer Single Just hold me in die Charts einstieg. Das damalige dritte Album Apparently unaffected erhielt Goldstatus und hielt sich 38 Wochen in den deutschen Verkaufscharts. In Norwegen ist die Künstlerin bereits seit 2002 erfolgreich. Die Musik wurde ihr praktisch in die Wiege gelegt, denn ihr Vater war Schlagzeuger und die Mutter Komponistin.

Mit ihrem inzwischen siebten Werk meldet sie sich nun zurück. Dieses Album in Angriff zu nehmen, fiel ihr laut eigenen Aussagen schwer, denn dieser Produktion ging die Trennung von ihrem Mann voraus. Maria Mena verarbeitete ihre Erlebnisse hierzu in Growing Pains und das ist offensichtlich, ziehen sich doch die Worte des Leids und des Schmerzes durch alle Texte der elf Songs. Mit ihrer markanten Stimme verleiht sie diesen Worten Ausdruck und das leider so intensiv, dass es einfach zu viel wird. Das gesamte Werk ist gefärbt von dieser Stimmung und die Musik tut ihr Übriges dazu, um den Gesamteindruck nicht besser werden zu lassen.

Die Songs sind beliebig austauschbar, so dass es kaum auffällt, wenn das Album zu Ende ist. Growing Pains birgt für den Hörer leider kaum Überraschungen. Es ist ein nettes Popalbum mit gefälligen Songs, ohne sonderlichen Tiefgang. Sicher ist aber, dass es Singles beinhaltet (Where I come from, den Titelsong Growing Pains), die Potential für die gängigen Radiosender haben. Eine Chartplatzierung wird sie mit der CD vermutlich erlangen. Ob man sie sich für die Sammlung zulegen muss, sollte jeder Käufer für sich selbst entscheiden. Für mich verschwindet sie leider unter einer von vielen Veröffentlichungen des Jahres 2015, ohne einen besonderen Eindruck zu hinterlassen.

Bleibt mir noch, Maria Mena zu wünschen, dass ihr Growing Pains zum Überwinden ihres Schmerzes geholfen hat und das nächste Album wieder positiver gestimmt ist.

Maria Mena: Growing Pains, Sony Music, Dezember 2015

Sabine Vierus
Sabine Vierus
Gebürtige Lübeckerin (1971), seit 2016 die Landeshauptstadt Kiel als neue Heimat gewählt. Ausgeprägte Leidenschaft für Musik seit sie laufen kann. Das umfangreiche Musikwissen hat sie als Kauffrau über zwanzig Jahre im CD-Vertrieb an ihre Kunden weitergegeben. In der Freizeit oft mit der Kamera unterwegs; schreibt einen eigenen Blog. Schwerpunktthemen für "unser Lübeck": Musik- und Konzertrezensionen.
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