Foto: (c) Manfred Werner

Zeitreise im Wohnzimmerambiente zurück in die 90er Jahre
Natalie Imbruglia live in Hamburg

Sabine VierusVon

Fast 20 Jahre ist es inzwischen her, dass die Australierin ihren ersten und bis dato erfolgreichsten Hit „Torn“ veröffentlichte. Möglicherweise ist dies der Anlass, mit einer Akustiktour ihres Repertoires die vergangene Zeit noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die langjährig ausgestrahlte australische Fernsehserie „Neighbors“ diente Natalie Imbruglia, wie bereits zuvor Kylie Minogue, als Sprungbrett in die musikalische Karriere. Ihr erstes Album „Left of the middle“, auf dem neben „Torn“ weitere bekannte Singles zu hören sind, erlangte unter anderem in den USA und Australien Platinstatus. Die Sängerin schreibt ihre Songs teilweise selbst und auch in Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern, wie zum Beispiel Chris Martin von Coldplay. Inzwischen hat sie vier Studioalben sowie eine „Best of“-Zusammenstellung herausgebracht. Das Album „Male“ zeichnet sich durch sehr hörbare Coverversionen von Songs aus, die ursprünglich von männlichen Stimmen interpretiert wurden. Die Künstlerin ist ebenfalls, dank ihrer attraktiven Erscheinung, als Model tätig und bekannt.

Der Abend im Mojo Club wurde mit wunderbaren leisen Tönen vom besonders textlich begeisternden, deutschen Talent Marcel Brell begonnen. Es war fast schade, dass er „nur“ als einleitender Künstler fungierte, denn auch er könnte sicher das Publikum über eine abendfüllende Zeitspanne hinweg unterhalten.

Gegen 21 Uhr erschien die äußerst entspannt wirkende Natalie Imbruglia mit ihrer dreiköpfigen Band auf der kleinen, als Wohnzimmer gestalteten und dezent ausgeleuchteten Bühne. Das Publikum wurde von der sympathischen Sängerin dorthin eingeladen. Die Bühnenpräsenz Imbruglias, ob nun optisch durch ihr Outfit oder akustisch durch ihre klare und kraftvolle Stimme, ist bemerkenswert.

Die bereits im Vorwege aufgekommene, entspannte Atmosphäre untermauerte die Sängerin durch kurzweilige Anekdoten. Sie erzählte von ihrem Leben in London, wo sie fünf Jahre benötigte, um dort „anzukommen“, und von Emotionen, die beim Schreiben ihrer Songs aufgekommen waren. „That day“, das sich mit den Themen Angst und Trauer auseinandersetzt, widmete sie den Opfern des Anschlags in Manchester.

Die Auswahl der Songs umspannte das gesamte musikalische Zeitfenster von 20 Jahren der in Sydney geborenen Künstlerin, und somit blieben keine Wünsche offen. Besonders hörenswert ist Imbruglias Version von „Instant Crush“ von Daft Punk, denn ihre Interpretation klingt weitaus emotionaler und kraftvoller als das Original.

Nach drei Zugaben verabschiedete sich der australische Gast sichtlich gerührt und dankbar bei den begeistert applaudierenden Fans. Fazit: Ein runder Abend, der die angenehmen „Seiten“ der musikalischen 90er Jahre in Erinnerung brachte und einfach Spaß gemacht hat. Eine Wiederholung ist erwünscht, und bis dahin gibt es hoffentlich ein neues Album, denn die Zeitreise von Natalie Imbruglia darf gerne auch in den 2000ern weiterhin andauern.

Foto: Natalie Imbruglia 2015, (c) Manfred Werner, CC BY-SA 3.0

Sabine Vierus
Sabine Vierus
Jahrgang 1971, in Lübeck geboren, gelernte Kauffrau, ihre Leidenschaften sind Musik und Fotografie. Seit 2015 schreibt sie für "unser Lübeck".
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