Dance-Album ohne große Überraschungen
ATB „neXt“

Sabine VierusVon

Album Nummer zehn des deutschen DJs ATB ist erschienen und diesmal reichte die Anzahl der Titel wieder für ein Doppelalbum. Doch Quantität ist nicht gleichbedeutend mit Qualität.

André Tanneberger wurde 1973 im sächsischen Freiberg geboren und siedelte mit seiner Familie später in das Ruhrgebiet um. Er ist seit 20 Jahren eine feste Größe in der Danceszene, und das nicht nur in Deutschland. ATB ist seit seiner Erstveröffentlichung „Movin Melodies“ und der ausgekoppelten Single "9PM (till I come)" regelmäßig mit seinen Alben in den deutschen und internationalen Charts vertreten. Tanneberger erhielt u. a. Gold- und Platinauszeichnungen in Australien, Polen und Schweden. Seine Liveauftritte füllen seit langer Zeit die großen Hallen rund um den Globus. In dem jährlich stattfindenden Voting der TOP 100 DJs der britischen Zeitschrift DJ MAG ist Tanneberger stets auf den vorderen Rängen wiederzufinden.

 

Mit "neXt" liefert ATB ein Album mit den typischen und gewohnten Soundarrangements und stampfenden Beats ab. Die gesangliche Begleitung wurde mit neuen Stimmen ersetzt. Vergeblich wartet man auf die großen Weiterentwicklungen, die leider kaum zu hören sind. Wer sich über den Wiedererkennungswert der Vorgängeralben freut, ist hier richtig. Als Beispiel zu erwähnen ist das Stück „Close enough to touch“, das mich an die Tracks des Albums „Dedicated“ erinnert.

Tannebergers Output je Album ist so umfangreich, dass er meist, sofern es sich um ein Doppelalbum handelt, die CD 1 mit seinen Dancetracks und CD 2 mit den chilligen Ambientsongs versieht. Der zweite Silberling vermag über die Enttäuschung der ersten CD etwas hinwegzutrösten. Tannebergers komplementäre Seite ist stets hörenswert. Neben seinen „eigenen“ Alben veröffentlichte er inzwischen unter dem Titel „The DJ in the Mix“ ebenfalls Dancealben und mit „Sunset Beat DJ Session“ zwei gemixte Alben mit eingangs erwähnten Ambientsongs.

„Restart“ und „Time“ auf CD 2 des neuen Werks vermögen es, sich kurzfristig in den Gehörgängen festzusetzen und eine angenehme und chillige Stimmung aufkommen zu lassen.

Der sympathische DJ ist ein Garant für gute Stimmung auf den Tanzflächen, was er derzeit wieder live unter Beweis stellt. Die tanzwilligen Gäste im Hamburger Club „Halo“ konnte er gut gelaunt mühelos mit seinen stampfenden Beats in Tanzlaune versetzen und brachte den Boden der mit Menschen prall gefüllten Tanzfläche zum Beben. Diese Stimmung kann das neue Album leider nicht ins Zuhause übertragen. Es fehlen mir die Überraschungsmomente und somit wird es unter „ferner liefen“ für dieses Jahr verbucht.

ATB: neXt, Kontor Records (Edel), 21. April 2017, Amazon

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