| "Frauen/ Männer/ Abgründe" - theater23 |
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Mittwoch, 10. Dezember 2008
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„Ja, es gibt Frauen, und es gibt Männer, und dazwischen gibt es Abgründe – Frauen, Männer, Abgründe.“
Diese Weisheit schallt uns zu Beginn des Programms entgegen und verlässt uns fortan nicht mehr, da die einzelnen Szenen, „tollkühne Szenen von Friedhelm Kändler“, von der immer wieder variierten Melodie dieses am Anfang und am Ende noch gesungenen Satzes unterbrochen werden, komponiert und gespielt von Manfred Upnmoor, gesanglich unterstützt von seiner großartigen Schauspiel-Partnerin Kathrin Drückhammer. Und trotzdem lockt uns dieser Titel zunächst auf eine etwas falsche Fährte, denn es sind nicht unbedingt Abgründe zwischen den Geschlechtern, sondern Abgründe an und für sich, durchaus auch jeweils bei dem ein oder anderen Geschlecht, bei jedem Individuum selbst; sie kommen jedoch im Dialog mit einem/r anderen eher zum Vorschein bzw. tun sich auf. Wer mit dem Wowoeten Friedhelm Kändler noch nichts anzufangen weiß, möge doch bitte einen kleinen Ausflug in den Rückblick „Zehn kleine Dichterlein oder: Die Trennung der Geschlechter“ machen oder sich jene Vorstellung zunächst als Einstieg in die besondere Thematik des Wowo anschauen, bevor jenes hier ganz pur zu erleben ist, sehr amüsant und schauspielerisch gekonnt (das eine geht nicht ohne das andere) dargeboten von den beiden oben Genannten, die auf schwarzer, halbrunder Bühne mit nur wenigen Requisiten gekonnt agieren und flink von einer in die andere der recht abwechslungsreichen Rollen schlüpfen. Es geht in erster Linie um Ungereimtheiten im Leben, die sich in der Sprache niederschlagen, die sich dann auch ruhig mal reimen darf – ja, das geht tatsächlich –, und da braucht’s nicht viel an Accessoires. Aber es bedarf großer Ausdruckskraft nicht nur im sprachlichen Sinne, um diese Texte Kändlers lebendig werden zu lassen. Das gelingt bestens an diesem Abend, sogar äußerst lebendig geht es zu in den zwölf Szenen, sowohl bei den Lebenden wie bei den Toten.
Letzteres mag
überraschend klingen, und das ist es auch wie so vieles in diesen kleinen Geschichten
und Wortspielereien. Deshalb möchte ich eigentlich gar nicht mehr verraten. Höchstens
noch ein wenig neugieriger machen durch jeweils eine Bemerkung zu jeder Szene:
1.) Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie es ist, wenn man durch eine
Umkleidekabine in der Arztpraxis nicht im Untersuchungszimmer, sondern bei
einer wildfremden Frau und in einer ganz andern Zeit landet? 2.) Es ist
durchaus denkbar, dass selbst Gott nicht ganz zufrieden war, als er beide Geschlechter
geschaffen hatte. 3.) Aus der Zeitung zu erfahren, dass man tot ist, hat
ziemlich merkwürdige Überlegungen zur Folge. 4.) Wer sich eine Sammlung von
Grußkarten zu allen möglichen Ereignissen im Jahresablauf anlegt, sollte sie
auch ruhig schon im Akkord im Voraus schreiben, um nie in Schreibstress zu
geraten. 5.) Nur immer auf der Hut sein, wenn wir einen solchen kaufen, der
sitzen soll, auch wenn er nur zum Ziehen gedacht ist! 6.) Man(n) mag sich ja
nicht unbedingt entkleiden, wenn man(n) da plötzlich so einen Ansatz hat. 7.)
Eine Gerichtsvollzieherin kann ein Synonym für eine Köchin aus Leidenschaft
sein, was aber nicht von großem Interesse für diejenige ist, die gerade
freiwillig aus dem Leben scheiden will, weil sie außer dem Sterben schon alles
erlebt hat. 8.) Igitt – dass sich Bürste auch ausgerechnet auf Würste reimen
muss! 9.) Vor einem besetzten WC verspüren Männer wie Frauen schon mal exakt
dasselbe Problem, aber nicht unbedingt dasselbe Bedürfnis, darüber zu reden
(passend zur Pause nach dieser Szene). 10.) Welch doppelt und dreifacher
Wahnwitz, nie schlafen zu können aus Angst, vor der Person zu erschrecken, die
nachsehen kommt, ob die andere Person schläft, und die vor lauter Sorge darüber
selbst kein Auge zutut! 11.) Ein Kind kostet Geld, eins aus der Retorte per
Samenspende und Leihmutter erst recht und später dann noch das beste Internat,
aber wenn eine Frau schon mal ein Sümmchen zur Verfügung hat ... 12.) Eine Frau
in den Bergen sucht ihren Mann Helmut, der ohne Brille losgezogen ist (und hier
werden die Abgründe wirklich gefährlich), um sie ihm zu bringen und trifft auf
den Mann Armin, der seine Frau sucht, weil er ohne Brille nichts sieht –
schicksalhafte Fügung, die in „Ar-mut“ endet.
Ach, schauen Sie sich’s doch einfach an. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihnen diese Vorstellung nicht gefallen kann! Für den Termin am 18. Dezember ist eine Reservierung zu empfehlen. Weitere Aufführungstermine sowie eine Kostprobe vom o.g. Ohrwurm gibt es unter: www.theater23.de
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„Ja, es gibt Frauen, und es gibt Männer, und dazwischen gibt es Abgründe – Frauen, Männer, Abgründe.“
Letzteres mag
überraschend klingen, und das ist es auch wie so vieles in diesen kleinen Geschichten
und Wortspielereien. Deshalb möchte ich eigentlich gar nicht mehr verraten. Höchstens
noch ein wenig neugieriger machen durch jeweils eine Bemerkung zu jeder Szene:
1.) Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie es ist, wenn man durch eine
Umkleidekabine in der Arztpraxis nicht im Untersuchungszimmer, sondern bei
einer wildfremden Frau und in einer ganz andern Zeit landet? 2.) Es ist
durchaus denkbar, dass selbst Gott nicht ganz zufrieden war, als er beide Geschlechter
geschaffen hatte. 3.) Aus der Zeitung zu erfahren, dass man tot ist, hat
ziemlich merkwürdige Überlegungen zur Folge. 4.) Wer sich eine Sammlung von
Grußkarten zu allen möglichen Ereignissen im Jahresablauf anlegt, sollte sie
auch ruhig schon im Akkord im Voraus schreiben, um nie in Schreibstress zu
geraten. 5.) Nur immer auf der Hut sein, wenn wir einen solchen kaufen, der
sitzen soll, auch wenn er nur zum Ziehen gedacht ist! 6.) Man(n) mag sich ja
nicht unbedingt entkleiden, wenn man(n) da plötzlich so einen Ansatz hat. 7.)
Eine Gerichtsvollzieherin kann ein Synonym für eine Köchin aus Leidenschaft
sein, was aber nicht von großem Interesse für diejenige ist, die gerade
freiwillig aus dem Leben scheiden will, weil sie außer dem Sterben schon alles
erlebt hat. 8.) Igitt – dass sich Bürste auch ausgerechnet auf Würste reimen
muss! 9.) Vor einem besetzten WC verspüren Männer wie Frauen schon mal exakt
dasselbe Problem, aber nicht unbedingt dasselbe Bedürfnis, darüber zu reden
(passend zur Pause nach dieser Szene). 10.) Welch doppelt und dreifacher
Wahnwitz, nie schlafen zu können aus Angst, vor der Person zu erschrecken, die
nachsehen kommt, ob die andere Person schläft, und die vor lauter Sorge darüber
selbst kein Auge zutut! 11.) Ein Kind kostet Geld, eins aus der Retorte per
Samenspende und Leihmutter erst recht und später dann noch das beste Internat,
aber wenn eine Frau schon mal ein Sümmchen zur Verfügung hat ... 12.) Eine Frau
in den Bergen sucht ihren Mann Helmut, der ohne Brille losgezogen ist (und hier
werden die Abgründe wirklich gefährlich), um sie ihm zu bringen und trifft auf
den Mann Armin, der seine Frau sucht, weil er ohne Brille nichts sieht –
schicksalhafte Fügung, die in „Ar-mut“ endet.

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