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Dieser Artikel gehört zur Themenseite "50. Nordische Filmtage" |
| Leicht chaotische Preisverleihung der Nordischen Filmtage |
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Sonntag, 2. November 2008
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Der Abend begann mit einem schlimmen Organisationsversagen: Festlich gekleidete, gut gelaunte Menschen wuselten durch die Gänge und Treppenhäuser des Lübecker Theaters auf der Suche nach einem Platz. Die Organisatoren der Filmpreisnacht 2008 hatten offensichtlich weit mehr Karten ausgegeben als das Haus Plätze hat. Als die Veranstaltung schließlich mit fünfundzwanzigminütiger Verspätung begann, mussten etliche Gäste stehen, andere hatten entnervt das Haus verlassen. Mitten drin sahen Hamburgs Kultursenatorin Professorin Karin von Welck und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen fassungslos zu. Unter solchen Umständen wird der Norddeutsche Filmpreis wohl das letzte Mal in Lübeck vergeben worden sein. Schade! Der norwegische Spielfilm Der Mann, der Yngve liebte hat den NDR Spielfilmpreis der 50. Nordischen Filmtage gewonnen. Das Debüt des Regisseurs Stian Kristiansen erzählt von dem schmerzhaften Coming Out eines Schülers im Norwegen der achtziger Jahre. Die Jury lobt die „unglaubliche Leichtigkeit, die Wärme und den Humor“ des Films, der zugleich den Figuren ihre Wahrhaftigkeit belasse. Der begehrte LN Publikumspreis geht ebenfalls an einen norwegischen Film: Die Rebellion von Kautokeino von Nils Gaup handelt von einem Aufstand der samischen Bevölkerung im Norwegen des 19. Jahrhunderts. Der Kirchliche Filmpreis wurde an den schwedischen Beitrag Der Tischtennis-König vergeben. Regisseur Jens Jonsson schildert darin visuell beeindruckend die Alltagsnöte eines pubertierenden Tischtennisspielers. Der Baltische Filmpreis geht an das dänische Liebesdrama Der Tanz von Pernille Fischer Christensen, mit dem die 50. Nordischen Filmtage Lübeck eröffnet wurden. Die schwedische Dokumentation Herdenleben von Kine Bomann erzählt vom Leben dreier Rentierhalterinnen in Nordschweden und wurde mit dem Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Der Kinder- und Jugendfilmpreis wurde an Fightgirl Ayse der dänischen Regisseurin Natasha Arthy vergeben: Das Jugenddrama erzählt von einer Schülerin im Konflikt zwischen islamischer Familientradition und ihrer Liebe zum Kung Fu. Der norwegische Beitrag SOS - Ein spannender Sommer von Arne Lindtner Næss, der vom Kampf eines Mädchen um das Leben eines Seehundbabys erzählt, wurde mit dem Preis der Kinderjury ausgezeichnet. Im Rahmen der 50. Nordischen Filmtage Lübeck hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein den Norddeutschen Filmpreis in drei Kategorien verliehen: Der mit 20.000 Euro dotierte Norddeutsche Filmpreis für den „Besten Spielfilm“ geht an Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe von Leander Haußmann. Die Jury beglückwünscht die Produzenten Detlev Buck, Claus Boje und Sonja Schmitt zu ihrem „filmischen Feuerwerk, das mit viel Phantasie und Raffinesse die unterschiedlichen Spielarten der Liebe auffächert“. Bereits im vergangenen Jahr ist Gernot Gricksch für das Drehbuch zu „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ mit dem Norddeutschen Filmpreis ausgezeichnet worden. Über den mit 10.000 Euro dotierten Norddeutschen Filmpreis in der Kategorie „Bestes Drehbuch“ darf sich Özgür Yildirim freuen. Das spannende und gut aufgebaute Drehbuch zu seinem Gangsterdrama Chiko überzeugte die Jury. Yildirim, Absolvent des Filmstudiums an der Hamburg Media School, sei ein Genrefilm gelungen, der ohne Amerikanismen auskommt und glaubwürdig im Hier und Heute in Hamburg verhaftet ist. Mit dem Preis für die „Beste Dokumentation“, dotiert mit 15.000 Euro, wird die Bremer Filmmacherin Beatrix Schwehm für ihr eindrucksvolles Porträt Luise - Eine deutsche Muslima Ou L'Islam Par Amour über eine junge Deutsche, die mit 19 den islamischen Glauben angenommen hat, ausgezeichnet. Mit großer Sensibilität nähert sich die Regisseurin diesem Thema und stellt über die unterschiedlichen Lebenswelten von Mutter und Tochter jenseits der Klischees und Polemiken eindrucksvoll zwei geschlossene Weltbilder dar. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis für besondere Verdienste der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein geht an Hark Bohm, an den „waschechten Norddeutschen“, der wie kein anderer dem „filmischen Leben Norddeutschlands entscheidende Impulse verliehen hat“, so die Laudatoren Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, und Kultursenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Prof. Dr. Karin von Welck. |
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Der Abend begann mit einem schlimmen Organisationsversagen: Festlich gekleidete, gut gelaunte Menschen wuselten durch die Gänge und Treppenhäuser des Lübecker Theaters auf der Suche nach einem Platz. 




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