Lena Falkenhagen liest aus "Das Mädchen und der Schwarze Tod" Melde Dich an, um diesen Artikel auf deinem Merkzettel zu speichern. Artikel drucken Artikel als E-Mail versenden
Von Stephanie Gerlich
Donnerstag, 25. September 2008
Foto: S. Gerlich
Wenn man in einer Stadt lebt, die ihre glanzvollste Zeit als Nabel der Welt oder zumindest der Hanse hinter sich hat, freut man sich, dass die kleine Stadt Schauplatz eines Romans geworden ist. So verwundert es wenig, dass bei der Lesung Lena Falkenhagens aus ihrem neuen Buch „Das Mädchen und der Schwarze Tod“ im Pressezentrum nur ein Platz leer geblieben war.

Der historische Roman ist im Lübeck des 15. Jahrhunderts angesiedelt. Die Kaufmannstochter Marike lernt den Maler Bernt Notke kennen, als die Pest die Hansestadt heimsucht. Notke malt gerade an dem berühmten Gemälde für die Marienkirche, dem Lübecker „Totentanz“. Im typischen Stil des Historienromans à la Ken Follett verbindet sich mittelalterliches Leben mit Liebesgeschichte und spannendem Krimi. Das Rezept ist ein bekanntes, aber deswegen längst kein schlechtes.

Zwischen den Lesungen von zwei Abschnitten aus dem Buch hielt Lena Falkenhagen einen kurzen Vortrag über die Entstehung der Totentanz-Gemälde in Europa. Dazu zeigte sie Grafiken des Totentanzes in Reval (Tallin), die als eine Kopie Notkes des Gemäldes in Lübeck gelten und Bilder des barocken Gemäldes, das 1701 in der Marienkirche angefertigt wurde, als das Original von 1463 in so schlechtem Zustand war, dass die Verse unter den Figuren kaum lesbar waren. Leider fiel das Original der Kopie den Brandbomben 1942 zum Opfer, so dass heute nur die Fotografien erhalten sind.

Bernt Notke: Totentanzfragment in Reval (Tallinn), Nicolaikirche

Mit ihrem unterhaltsamen Roman und einem interessanten Vortrag brachte Lena Falkenhagen so manchem Lübecker ein Stück seiner Stadtgeschichte näher, die nur wenige detailliert kennen. Nun ist aber ein Roman eben auch Fiktion, selbst das Jahr in dem Notke den Totentanz malte, ist nicht definitiv belegt. Noch weniger sind es die gruseligen und mysteriösen Begebenheiten, mit denen Falkenhagen die Geschichte um Marike ausschmückt. Eines konnte auch Lena Falkenhagen an dem Abend im Pressezentrum lernen: Der Name des Malers wird in Lübeck „Nottke“ ausgesprochen – nicht „Nootke“. So haben alle was dazugelernt.

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