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Robert Gernhardt-Ausstellung "Die letzten Bilder" im Günter Grass-Haus |
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Von Stephanie Gerlich
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Freitag, 12. September 2008
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Wenn das Leben ernst ist, muss die Kunst heiter sein. Einer, der das mit Bild und Wort gleichermaßen umzusetzen wusste, war Robert Gernhardt. Im Günter Grass-Haus werden ab Sonntag, 14. September 2008, neben seinen späten Zeichnungen auch Texte und Bilder aus seinem Gesamtwerk zu sehen sein. Die Ausstellung „Die letzten Bilder“ wird am morgigen Samstag mit einer Veranstaltung in der Katharinenkirche um 17 Uhr eröffnet. Dabei darf eine Lesung aus Gernhardts literarischem Werk durch die Schauspielerin Rebecca Indermaur nicht fehlen – inklusive des Lübeck-Gedichts. Robert Gernhardt – er war einer der Wegbereiter der satirischen Kultur im Deutschland der 60er Jahre. Kurz nachdem 1962 die Zeitschrift „Pardon“ gegründet wurde, publizierte er dort Beiträge, wurde später Redakteur. Als 1979 das Satiremagazin „Titanic“ entstand, gehörte Gernhardt zu den Gründern. Kritisch war Gernhardt als Dichter und als Cartoonist, doch mit einer humoristischen Leichtigkeit, ohne beißenden Spott über sein Sujet auszugießen. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller und Maler hatte er auch an Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt, beispielsweise für Otto Waalkes. In der Ausstellung finden sich Illustrationen zu Aphorismen von Georg Christoph Lichtenberg und Gedichten von Joachim Ringelnatz, Ausschnitte des „Septemberbuches“ mit eigenen Versen und zugehörigen Motiven und natürlich Cartoons mit „Schnuffi“, dem komischen Nilpferd in „Pardon“. Ein kleiner Dokumentarfilm und zwei Hörstationen mit Texten, von Gernhardt selbst gelesen runden die multimediale Schau ab. Gernhardts „Mehrfachbegabung“, so die wissenschaftliche Leiterin des Grass-Hauses Stefanie Wiech, gab den Anstoß, seine Werke im Hause mit Günter Grass zu zeigen, sind sie doch ein weiteres Beispiel, was ein Schriftsteller mit dem Stift noch machen kann außer zu schreiben. Darin sind sich Grass und Gernhardt durchaus ähnlich. Doch nahm Gernhardt seine Zeitgenossen wohl weit weniger ernst und beinahe alles und jeden auf die Schippe. Vermutlich hätte sich der humorig schreibende Zeichner auch eine Ausstellung mit etwas weniger Pathos gewünscht, schmunzelnde und lachende Besucher sind ihm sicher willkommen. Insgesamt jedoch eine herrliche Schau, die zu sehen sich allemal lohnt. Die Ausstellung wurde vom Caricatura Museum für Komische Kunst in Frankfurt konzipiert und ist bis zum 4. Januar 2009 zu sehen. Ein interessantes Rahmenprogramm gibt s ebenso wie regelmäßige Führungen. Termine Fotos: Veranstalter
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Also das Lübeck-Gedicht von Robert Gernhardt sollte niemandem vorenthalten werden, er hat sich ja in Lübeck damit einen Namen gemacht:
Sonntag in Lübeck
Wie sie kauend durch
die Straßen schieben!
– Du musst diese Menschen nicht lieben.
Wie sie gekleidet sind,
die Ungeschlachten.
– Du musst diese Menschen nicht achten.
Wie erfreulich es wär,
wenn sie weniger wögen!
– Du musst diese Menschen nicht mögen.
Wie sie durch ihre
Stumpfheit entsetzen!
– Du musst diese Menschen nicht schätzen.
Wie schafft man es nur,
Sie nicht zu hassen?
(aus Reim und Zeit, Reclam)
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