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Arne Jansen Trio in St. Petri Ratzeburg |
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Von Thorsten Hingst
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Montag, 19. Mai 2008
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Besser hätte eine Konzertansetzung aus marketingtechnischen Gründen gar nicht sein können. Gerade wurde die Band Firomanum mit dem erstmals vergebenen "Jazz Baltica Förderpreis" ausgezeichnet und nun gastierten in der St.Petri Kirche in Ratzeburg, übrigens auf Einladung des äußerst umtriebigen Vereins "Jazz in Ratzeburg e.V., zwei Musiker dieses Ensembles mit einem "Sideproject": dem Arne Jansen Trio. Eric Schaefer, etatmäßiger Schlagzeuger dieser Formation, wurde da z.Zt. mit dem Pianisten Carsten Daerr in Mexiko konzertierend, kurzerhand trefflichst durch Sebastian Merk ersetzt. Verhalten arpeggierend startet Arne Jansen in ein denkwürdiges Konzert. Seiner Gitarre pastellfarbene, hingetupfte Töne entlockend, tastet er sich hinein in "Before", eine Komposition des noch aktuellen Albums "My Tree"; im Herbst soll übrigens eine neue CD erscheinen. Eva Kruses wohlgesetzte Bassnoten schaffen Räume, Kontrapunkte, verzahnen sich wunderbar antizipatorisch mit dem imaginativ-spontanen Spiel des sich keineswegs als Aushilfsschlagzeugers erweisenden Sebastian Merk. War der Einstieg in dieses Konzert noch verhalten kontemplativ, so zeigte das Trio schon mit der nächsten Nummer "Nachtgewitter", die Ambivalenz ihres musikalischen Wirkens auf. Dräuende Gewitterwolken auf seinem Schlagzeug evozierend, leitet Merk hinein in eine Komposition Jansens, übrigens im zarten Alter von 16 Jahren erdacht, die die Bildlichkeit von Musik auf stupende Weise für den Hörer erfahrbar und erlebbar macht. Jansens Gitarre grollt und tost, Kruses Bass donnert und rumort und wie niedersausende Blitze fährt Merks Beckeneinsatz immer wieder hinein in den tonalen Mahlstrom. Doch dann lichten sich die Wolken, am Horizont beginnen die Sterne zu funkeln und die Musik verliert sich in sanften Wellen. Diese Brüche sind es, die die Musik des Arne Jansen Trios einzigartig machen. Hier sind Musiker am Werk, deren musikalische Sozialisation nicht ausschließlich bei den Altvorderen des Jazz beginnt, sondern die sich genauso selbstverständlich mit der Rock und Popmusik ihrer Zeit auseinandergesetzt haben.
Nicht überraschend bildet dann auch Pearl Jams "Release" den Abschluß dieses fulminanten Konzertes. Arne Jansen widmet seine neue Komposition "Rain on my Carpet" Bob Dylan, einem Musiker der nicht gerade hochgradigem Virtuosentum auf der Gitarre verdächtig scheint, der aber immer noch textlich und melodisch unerreicht im Raum steht. Dieses Schauen über den eigenen musikalischen Tellerrand hinaus macht die Faszination der Musik des Trios aus. Rockige "Powerchords" und an John Bonham gemahnendes Schlagzeugspiel wechseln sich ab mit fragilem, jazzharmonisch höchst anspruchsvollem Interplay. Da ist die "Laut-Leise-Ästhetik" eines Kurt Cobain nie weit entfernt von den kantigen "Jazz-Funk-Licks" eines John Scofield und trotzdem haftet der Musik nie etwas künstlich Aufgesetztes an. Die Musiker bleiben immer sie selbst. Mit "Lullaby" entlassen Arne Jansen, Eva Kruse und Sebastian Merk nach zwei Stunden ihre Zuhörer in der gut besuchten St.Petri Kirche in die Nacht. Der andauernde Regen hatte aufgehört und am Firmament leuchteten die Sterne.
Hörproben
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