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Diskriminierung engagierter Bürger - Josephine von Zastrows Kommentar in den Lübecker Nachrichten Melde Dich an, um diesen Artikel auf deinem Merkzettel zu speichern. Artikel drucken Artikel als E-Mail versenden
Von Dr. Marlies Bilz-Leonhardt
Samstag, 28. Juli 2012
Mehr als Tausend Lübecker setzen sich dafür ein, die Lübecker Kulturlandschaft zu retten. Sie wehren sich gegen die geplante Schließung von Museen und den Verkauf von Objekten der Völkerkundesammlung. Josephine von Zastrow bezeichnet diese engagierten Mitbürger in ihrem Kommentar (Erster Platz für Bürgerschaft) in den Lübecker Nachrichten vom 28. Juli wegwerfend als „Lobbyisten“.

Für Frau von Zastrow gehören diese Lübecker nicht zum Volk. Anders ist nicht zu verstehen, dass sie schreibt, Politiker dürften dabei nicht vergessen, dass es dabei nicht um Volkes Stimme gehe. Sie vergisst dabei völlig, dass unser Staat ohne bürgerschaftliches Engagement schon lange nicht mehr handlungsfähig und die Lübecker Kulturlandschaft ohne die von Lübecker Bürgern getragenen Stiftungen und das vielfältige Engagement der Lübecker Bevölkerung eine Wüste wäre.

Mit ihrem Kommentar beleidigt von Zastrow nicht nur die zahlreichen Verbände und Vereine, die ohne finanzielles Eigeninteresse Zeit und Geld für das Allgemeinwohl aufwenden. Sie beleidigt auch diejenigen, die sich im Bürgerforum und an anderer Stelle gegen die Schließung von Museen und den Verkauf der Völkerkundesammlung ausgesprochen haben.

Bild: Wikipedia


Kommentare von Lesern
Neuer Kommentar

Eigentlich überrascht von der LN L. Bergner, 29.07.2012 00:21
Ich gebe Frau v. Zastrow recht, denn es handelt sich hier nur um das, was das spießig-bürgerliche Establishment Lübecks unter Kultur versteht. Davon kanns m. E. ruhig etwas weniger geben.
Rathauszeitung Henri Wagner, 29.07.2012 09:30
Travemünder Bürgerinitiativen wurden auch schon als Kleinstaaterei abgewertet. Die Zeitung und die LTM-Redakteurin insbesondere haben nun mal eine ungesunde Nähe zum Rathaus. Einfach nicht lesen.
Andere Meinung ertragen T. Gronau, 31.07.2012 22:18
Warum so dünnhäutig? Der Kommentar drückt, wenn auch etwas pointiert, etwas aus, was sicherlich viele Lübecker mittragen. Wieviel Kultur kann und will der Steuerzahler künftig subventionieren? Ist wirklich jedes kulturelle Angebot unverzichtbar? Profitiert von Kultursubvention nicht häufig eine Klientel, die es finanziell am wenigsten nötig hat? Müssen Politiker nicht ermuntert werden, auch in der Dagegen- Republik Entscheidungen zu treffen?
Völkerkunde Egbert Schmoll, 06.08.2012 12:04
Wenn man kein Geld hat, muss man sparen, das wissen außer Herrn Saxe alle. Man muss über Wirtschaftlichkeit von städtischen Einrichtungen nachdenken - auch wenn das oft unbequem ist. Vielleicht sollte man bei den Museen einmal hochrechnen, von wieviel Besuchern sie jährlich frequentiert werden und dann alle Kosten und Einnahmen hochrechnen, um zu ermitteln, wieviel der Stadt der Museumsbesuch einer Person faktisch kostet. So hätte man zumindest eine, wenngleich einseitige, Entscheidungsgrundlage über Fortbestand oder Stop - und müsste nicht polemisieren. Was nun die vorbildliche Rolle der Lübecker Stiftungen und der vielen Ehrenamtler mit einer aus finanziellen Gründen getroffenen Entscheidung zu tun hat, vermag ich nicht so recht nachzuvollziehen. Ich stimme Frau von Zastrow zu, wenngleich sie sich wie üblich etwas ungeschickt ausdrückt.
Schulen sind Luxus Fabian Mierow, 06.08.2012 12:07
Ich denke, man sollte auch endlich an das Tabu gehen, dass die Stadt nicht mehr länger so viele kostspielige Schulen finanzieren darf, wenn die Stadt pleite ist. Was nützt uns eine schlaue Jugend? Autos kann man auch ohne Bildung zusammenbauen.
Provinzkundemusealien Sörn Blass, 15.08.2012 11:16
Vollkommen richtig! Autoschraubende Provinzdeppen haben und brauchen keine Kultur. Man sollte ein paar dieser Exemplare, nachdem sie sich und Unbeteiligte um einen wehrlosen Baum gewickelt haben, mitsamt ihres steinzeitlichen Fortbewegungsmittels in die Sammlung des Völkerkundemuseums aufnehmen: Seht her, solche Primitivspacken haben sich, nur 60 Jahre nach ihrem letzten Aufbegehren, Anfang des 21. Jahrhunderts wieder einmal vermehren können, die stolz darauf sind, penetrant und primitiv zu sein, anstatt sich zu bilden und Gutes zu tun. Genau deshalb brauchen wir ein Völkerkundemuseum: Hier kann man sehen, wie mühsam der Weg bis zu einer moralisch ethisch kulturell hochentwickelten Gesellschaft war und wie schnell die Errungenschaften wieder verspielt wurden.
Anonym, 06.09.2012 14:35
Vielleicht lässt sich ja durch das Schließen von einigen "Kultureinrichtungen" erreichen, dass wieder mehr Geld da ist, um die Leute zu finanzieren, die nicht arbeiten und sich in sog. Lübecker "Kultureinrichtungen" rumtreiben... ein Telfelskreis...
 
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