|
Dieser Artikel gehört zur Themenseite "Avantgarde-Festival in Schiphorst" |
| Das Avantgarde Festival 2012 in Schiphorst |
|
|
|
|
Donnerstag, 5. Juli 2012
| |||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() Maria & The Mirrors Was das Spektrum an unterschiedlichsten Stilen und Ausprägungen der durch die anwesenden Künstler, Musiker und Protagonisten dargebotenen "Unterhaltung" angeht, ist das Avantgarde Festival, obwohl in der Festival-Landschaft "nur eine kleine Sardine unter den grossen Dorschen", wohl als einzigARTig anzusehen, denn eine derARTtige Bandbreite, ja Vielseitigkeit, findet man proportional zu Größe/Besucherzahl sonst nirgends. Schon am Freitagnachmittag war das Festivalgelände erstaunlich gut gefüllt und es fiel auf, wie in jedem Jahr, seit "Unser Lübeck" über Schiphorst berichtet, dass viele (Klein-)Kinder in kleinen Gruppen und eskortiert von den beiden Hofhunden über das Gelände jagten, tobten und ihren Spass hatten. Das alles ohne irgendwelche Sprachbarrieren, denn Französisch und Englisch waren in diesem Jahr in Schiphorst die vorherrschenden Sprachen! Überhaupt ist die Zusammensetzung der Gesamtheit der Festivalbesucher erstaunlich, hier sind junge Familien mit ihren Kindern, Jugendliche und auch freakige, junge Erwachsene genauso vertreten wie Herrschaften mittleren Alters oder musikbegeisterte gesetztere, ältere Freaks und viele der performenden Künstler selbst. Die Homogenität dieses Publikums entspricht der dargebotenen, zu konsumierenden Kunstform, denn "normal" ist relativ! Der Autor ließ es sich nicht nehmen, die Initiatoren dieses Festivals, Jean-Hervé Péron (JHP) und seine Frau Carina Verain, unabhängig voneinander zu bestimmten Themenbereichen bezüglich der Festivalplanung und -organisation auszufragen. "In diesem Jahr lief der Vorverkauf so gut wie nie", teilte ihm JHP mit, "wir hatten schon über 100 Tickets verkauft, bevor wir im Netz überhaupt ein vorläufiges Programm veröffentlicht haben!" Und auf die Frage, inwieweit denn der Rahmen des Möglichen ereicht sei, also wie groß dieses Event überhaupt werden kann oder soll, teilte Carina mit: "Ein wenig Raum haben wir noch, aber 500 Gäste pro Abend (also Gäste mit drei Tageskarte und Tagesgäste zusammen) ist die absolute Obergrenze! Dann geht nichts mehr. Obwohl wir natürlich sehr viele Helfer haben, ist es manchmal schon jetzt zu viel, um es zu schaffen!" Roland Graeter von Cinema Soloriens Dyad II Carina und Jean Hervé sind praktisch immer "vor Ort", um sich auch um jedes noch so kleine Detail kümmern zu können und obwohl sie beide unter Dauerstress stehen, sind sie gegenüber jeder Anfrage stets freundlich und hilfsbreit. Jean Hervé kümmert sich um den Ablauf des Festivals, er hat immer sein Mikrofon dabei und sagt den jeweiligen Künstler, der als nächstes auftritt über die Lautsprecher, die auf dem Hofgelände verteilt sind, an oder er gibt Veränderungen im Ablaufplan bekannt. Er informiert genauso über kurzfristig entstandene Zusammenarbeiten verschiedener Musiker und Künstler, die sich entschlossen haben, einmal zusammen etwas auszuprobieren. Und so sollte Schiphorst auch verstanden werden: nämlich als ein Ort, an dem sich Künstler aller Art treffen, um sich auszutauschen, um zusammen etwas zu erarbeiten und es dann dem Zuschauer - kurzfristig anberaumt - zu präsentieren. Carina befindet sich stets in unmittelbarer Nähe, sie ist diejenige, die Jean Hervé den Rücken freihält und sich um die Belange der Hilfesuchenden, die zu ihr kommen, kümmert. Der persönliche Einsatz, den diese beiden einbringen (unterstützt von vielen freiwilligen Helfern und den Mitgliedern des Vereins Schiphorst e.V.) ist bemerkens- und bewundernswert und im Grunde genommen ist dieses Festival ohne die beiden auch gar nicht denkbar, zumindest was die familiäre Atmosphäre und den Ablauf angeht. Wie schon zum letztjährigen Artikel verweigert sich der Autor auch diesmal der reinen Aneinanderreihung der aufgetretenen Künstler, weil es unmöglich ist, ALLEN gerecht zu werden. Dem Autor erscheint es besser, den Leser darüber zu informieren, welche unterschiedlichen Musikbereiche bespielt wurden. So wurde am Freitagabend, nachdem das Festival "offiziell" begonnen hatte, zunächst durch Unica Zürn schöner, feiner "Ambient" - also ruhige, sphärische, elektronisch unterstützte Musik - geboten, später kippte dies mit "Maria and the mirrors", deren Konzert stiltechnisch mindestens in drei Phasen unterteilt werden muss: der Beginn, also die ersten 2-4 Songs, waren sehr ruhig und gediegen (Ambient!), dann wurden sie lauter, fordernder und härter, um zum Ende ihres Auftritts "so richtig die Sau raus zu lassen!", was gern als Noise-trash bezeichnet werden könnte! Die Band "Faust", sonst immer eines der Highlights des Samstagabend, spielte dieses Jahr - ungewohnt früh - schon am Samstagnachmittag und zwar ein extrem kurzes Set von gerademal 20 Minuten. Musikalisch natürlich prachtvoll treibend und psychedelisch bunt, voller Spielfreude, aber eben sehr, sehr kurz. Jean-Hervé Péron, Bassist der Band und Mitbegründer, gab auf unsere Anfrage hin: "Warum so früh und so kurz?" nur verschmitzt lächelnd ein "in der Kürze liegt die Würze" als Antwort! Jean-Hervé Péron (JHP) Von Samstag auf Sonntag nachts um 1 Uhr bis zum Morgen um 7 Uhr lief dann ein sogenanntes "Sleep-Konzert" durch Collin Porter - kurzfristig eingesprungen für den angekündigten Steven Stapelton alias "Nurse with wound", der leider verhindert war - im oberen Teil des "Haupkonzertsaales" der Scheune ab. Dazu wurde sämtliche Bestuhlung und jegliche Sitzgelegenheit entfernt und stattdessen reichlich Matratzen im Raum verteilt, so dass, wer wollte, seinen Schlafsack mitbringen konnte, um dann unterstützt durch ruhige Ambientklänge, ähnlich dem Meeresrauschen oder sanften Naturgeräuschen, in Schlaf zu fallen. Dieses spezielle Angebot wurde von einer erheblichen Anzahl von Festivalbesuchern auch wahrgenommen. Es bestand auch die Möglichkeit, gegen einen Kostenbeitrag von 20 Euro, in Schiphorst an einem Workshop für den Bau eines eigenen Mini-Synthesizers teilzunehmen. In diesem Jahr wurde übrigens erneut mit den Betonmischmaschinen "Musik erschaffen", diesmal begleitet durch herkömmliche Instrumente (Keybord und Gitarre). Zu erwähnen sind auch noch drei junge Damen vom Kopernikus-Gymnasium in Norderstedt, zwischen 16 und 17 Jahren alt, die - begleitet von ihrer Lehrerin - schon Freitag vor Ort waren, um den Gästen dann am Sonntag eine Kostprobe ihrer sehr experimentellen, musikalischen Darbietung zu präsentieren. Hier wurden zwei am Boden liegende Gitarren mit Metall "bestrichen", während durch Veränderung der Abstände verschiedener Mikrophone Störgeräusche und Rückkopplungen dazu erklangen. Diese drei, da kurz vor dem Auftritt noch ohne Namen und von JHP dann kurzum als "Kopernikus Gym/Jim" bezeichnet, wurden von ihrem Publikum nach der etwa 20 minütigen Pefrormance mit langem Applaus belegt. Der Sonntag und somit letzte Tag in Schiphorst stand dieses Jahr eher im Zeichen jazziger Avantgardisten, während der Samstag eher rockig-trashig ausgelegt war, obwohl dies wie immer mit Vorbehalt zu verstehen ist, denn verschiedenste Darbietungen unterschiedlicher Künstler lassen sich schwerlichst mit nur einem Namen wie Jazz oder Rock belegen, da dies der Darbietung im Ganzen nicht gerecht wird! Am Ende diese Artikel muss dann nochmal auf das hervorragende Catering dieses Festivals eingegangen werden, das nichts, aber auch gar nichts zu wünschen übrig läßt - und das zu durchaus humanem Preis. Wer noch nicht in Schiphorst war und sich durch diese Berichterstattung NICHT abschrecken lässt, der sollte.... vom 21. - 23. 6. 2013!! See you then? Foto: Burkhard Stremmel
3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved." |
|||||||||||||||||||||||||||||||||









Bürgernachrichten online (BIRL)
Lübeckische Blätter (Archiv)
Künstler aus Lübeck
Adressen in Lübeck
Internet-Adressen
Veranstaltung vorschlagen













