| Andy Warhol und Lübeck - zum 20. Todestag |
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Mittwoch, 21. Februar 2007
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![]() Foto: Gerhard König Dieser Besuch Andy Warhols in Lübeck war für die Zeitgenossen ein erstaunliches Ereignis und auch wir reiben uns noch heute im Rückblick verwundert die Augen, dass dieser Künstler, der in der Weltstadt New York zu Hause war, unser kleines Lübeck besuchte. Uns wird ja jeden Tag in der Lübecker Presse vermittelt, daß wir angeblich in der allerärmsten und der allertiefsten Provinz leben... Nach dem Empfang im Lübecker Rathaus erschien der Künstler zur Eröffnung einer Warhol-Ausstellung in der Galerie Reese, in der u.a. Holstentor-Bilder des Künstlers gezeigt wurden. Während der Ausstellung war Warhol von blitzenden und knipsenden Photographen umringt. Er behauptete sich, indem er mit seiner eigenen Kamera gelassen zurückknipste. In den USA waren es Ausstellungsbesucher gewöhnt, daß sich Andy Warhol während der Einführungsreden einfach einen mitgebrachten Kopfhörer aufsetzte und z.B. Wagners Opern hörte. In Lübeck hatte er die Hörer jedoch abgesetzt. ![]() Foto: Gerhard König ![]() Foto: Gerhard König Die zweite Verbindung zwischen Lübeck und Andy Warhol führt in die Welt der Politik. Willy Brandt, den Friedensnobelpreisträger und Ehrenbürger der Stadt Lübeck, portraitierte er im Jahre 1976. Es wäre eine schöne Überraschung, wenn es dem Willy-Brandt-Haus, das Ende diesen Jahres in der Königstrasse in Lübeck seine Tore öffnen wird, gelingen würde, dieses Portrait zu erwerben. Last but not least gibt es seit etwas mehr als 10 Jahren einen weiteren Grund, Lübeck und Andy Warhol in einem Atemzug zu nennen: Lübeck ist 1996 zum Geschäftssitz der Campbell's Germany GmbH geworden. Andy Warhol hatte in den frühen sechziger Jahren die Campbell's Suppendosen als Motiv für seine berühmten Serien benutzt und damit bis heute zu ihrer weltweiten Bekanntheit beigetragen. Die Ware wurde zur Kunst und die Kunst wurde zur Werbung für die Ware. Ursprünglich begann Andy Warhol seine Karriere 1949 als Werbegrafiker und setzte sie dann als Künstler fort, der seine Bild-Motive in der Werbung, in Comic-Heften, Zeitung, Film usw. fand. Das Revolutionäre der Pop-Künstler in den Sechzigern war, daß sie die Grenze zwischen Kunst und Kommerz aufhoben. "All is pretty." Diese Erweiterung des Kunstbegriffs brach mit den alten Vorstellungen der individuellen Einzigartigkeit des Künstlers, der seine Kunst als geniale Originalschöpfung betrachtete. Warhol erfindet keine neuen Motive, er findet sie schon vor und vervielfältigt sie. "I want to be a machine." Andy Warhol wird bei der Produktion seiner Siebdruck-Serienbilder entgegen seiner Aussage aber nicht zur Maschine. Bei genauer Betrachtung ist keine Bild-Wiederholung wie die andere. Es entsteht vielmehr ein Spannungsfeld zwischen maschinenhafter Reproduktion und menschlich bedingter Ungenauigkeit oder gewollter Variation. ![]() Foto: Gerhard König Fotos: 1,2,3 und 5 Gerhard König Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können 4 Wikimedia Commons Zitate von Andy Warhol sind kursiv und in Anführungszeichen gesetzt. |
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Last but not least gibt es seit etwas mehr als 10 Jahren einen weiteren Grund, Lübeck und Andy Warhol in einem Atemzug zu nennen: Lübeck ist 1996 zum Geschäftssitz der Campbell's Germany GmbH geworden. Andy Warhol hatte in den frühen sechziger Jahren die Campbell's Suppendosen als Motiv für seine berühmten Serien benutzt und damit bis heute zu ihrer weltweiten Bekanntheit beigetragen. Die Ware wurde zur Kunst und die Kunst wurde zur Werbung für die Ware. Ursprünglich begann Andy Warhol seine Karriere 1949 als Werbegrafiker und setzte sie dann als Künstler fort, der seine Bild-Motive in der Werbung, in Comic-Heften, Zeitung, Film usw. fand. 


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dieser artikel zeigt wieder deutlich, dass die welt der künstler und die künstler selbst in verschiedenen welten erlebt und gelebt werden. die wahrnehmung der meisten beruht auf der oberfläche. doch wie alles leben und wie all die kunst und kultur, gibt es in allem sinn. mann/frau darf hier ruhig mal beherzt tief blicken. dies lies dieser artikel erfrischend zu. zitate geben immer wieder verblüffende einsichten. gelungen!
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