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| Rocktower 2010 - Rückblick auf alle Bands |
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Montag, 5. April 2010
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![]() Gitarrist von The Devils Blood Eigentlich nur wenige Meter auseinander gelegen, sind es doch Welten zwischen der etwas biederen MuK und dem immer etwas abbruchreif wirkenden Treibsand. Aber beim Rocktower verschwammen die Grenzen komplett. Hervorragend organisiert und durchgeführt, lief die ganze Veranstaltung fast wie von selbst. Den Auftakt in der MuK machte Nastrandir aus Lübeck. Sie brachten mit ihrem Mix aus Pagan und Viking Metal die zu der frühen Stunde noch recht spärlich anwesenden Leute zum Moshen. Praktisch vom ersten Ton an begann die erste Reihe der Fans mit dem Headbangen und ließ die Band nach fünfundvierzig Minuten nur ungern ziehen. Deutlich Gitarrenlastiger
zeigten sich die fünf Schweden von RAM.
Mit krachendem Sound und der manchmal etwas zu schrillen Stimme von Sänger
Oscar Carlqvist zeigte die selbsternannte beste „Kick-Ass“ Band der Welt
traditionellen Heavy Metal, der beim Publikum aber eher verhaltene Reaktionen
auslöste. Auch Enforcer, ebenfalls aus Schweden, konnte das Publikum noch nicht
komplett begeistern. Bot die Truppe mit Sänger Olof Wikstrand für die
anwesenden Damen zwar einen echten Hingucker, sprang er doch wie weiland David
Lee Roth in seinen besten Van Halen Zeiten mit nackter Brust und in glänzenden
schwarzen Hosen und Nietengürtel über die Bühne, konnten sie mit ihren Songs
wie Midnight Vice oder Into the Night nur eingeschworene Fans
überzeugen. Cursed Anguish eröffnete den Reigen im
Treibsand. Die fünf Metaller aus Lübeck treiben seit 1999 ihr Unwesen in der
Black-Metalszene. Gleich zu Beginn bekommt der randvolle Raum den Hass und Zorn
der Jungs zu spüren, den sie in ihren Texten verarbeiten. Der Sänger und
Gitarrist verwandelte seinen dunklen Gemütszustand in eine wütende Stimme und
zeigt den Zuhörern die Abgründe einer einsamen Seele. Unterstützt wird er von
einem fast apathisch wirkenden Keyboarder, der dieser drückenden Atmosphäre den
nötigen Schliff gibt. Der Drummer ballerte den Rhythmus in Richtung Publikum
und beim dritten Song gab auch die Menge richtig Gas und fing an zu moshen.
Cursed Anguish macht Laune auf mehr, denn hier steckt Potential drin. Nach
Angaben einiger Zuhörer konnte das Treibsand dem Sound der Band nicht
ausreichend gerecht werden. Für diese fünf Jungs kann die Hölle aber nicht groß
genug sein. Die ersten Luftgitarren
wurden schließlich bei Ruffians in
der MuK rausgeholt. Die Kalifornier, die seit 2004 wieder in Originalbesetzung
unterwegs sind, waren für viele der erste Höhepunkt des Festivals. Songs wie I believe oder Day of the Champions und das
großartige Schlagzeugsolo von Luke Bowman bei Run for cover brachte die Halle zum toben. Die mittlerweile in die Tage gekommenen Herren von Asmodis aus Hamburg, die im Treibsand auf der Bühne standen, zeigen beim Festival, dass sie mit ihrem Powermetal immer noch kräftig auf den Putz hauen können. Schnelle Riffs und kurze, aber deutliche Soli zeugen davon, dass auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt. Lediglich der mit Zigarette auf der Bühne stehende Sänger machte manchmal einen gelangweilten Ausdruck. Vielleicht ist das auch mit ein Grund, warum die zweite Band das Treibsand nicht so richtig zum wackeln bekam. Anhänger dieses Stils kamen aber auf ihre Kosten und wissen nun auch: „Death ist certain, Asmodis not“. Ein weiterer Höhepunkt in der MuK war sicherlich die englische Band Blitzkrieg. Sänger Brian Ross, der als einziges Gründungsmitglied seit 1980 dabei ist, überzeugt mit gewohnt kräftiger Stimme. Die sehr schlagzeugbetonten Songs wie Dark City vom Absolute Power Album von 2002 oder My life is my own zeigten, dass Blitzkrieg es auch nach 30 Jahren im Geschäft immer noch voll drauf haben.Dass sie absolut nicht zu den Senioren gehören, zeigten Savage Grace im Treibsand. Die Speed Metal Band aus den USA, die schon Anfang der achtziger Jahre auf der Bühne stand, startet gerade ein Comeback. Mit ihrem Sound fegten sie die Zuhörer fast davon. Schnelle Riffs und brilliante Leadeinsätze wechselten sich ab. Mit Omen stand am späten Nachmittag eine eigenständige, ehrliche Power Metal Band aus dem US-Staat Texas auf der Bühne des Treibsands, die schon seit den Achtziger Jahren bekannt ist. Mit seinen tiefen, klaren, aber auch erschreckend hohen Gesangspassagen zwang Sänger George Call die Zuhörer zum Mitsingen. Kenny Powell, der fast haarlose Gitarrist zeigte an seinem futuristischen Instrument, trotz zuvor angebrochenen Fingers, sein Können mit schnellen Riffs und Soli. Besonders beeindruckend war das Instrument des Bassisten in Form einer riesigen Schlachtaxt. Man kann sie mögen oder nicht, aber eins ist sicher: die sympathischen Jungs aus Texas zeigten durch ihre Bühnenpräsenz und Publikumsnähe, dass sie immer noch Spaß an der Musik haben und brachten eine anfangs träge Masse in Bewegung. Eine ganz eigene Stilrichtung kreierte sich zum Beispiel Kalmah aus Finnland. Die fünf
durchgeknallten Finnen mischen Trash Metal mit klirrenden Synthesizerklängen
und nennen das Ganze dann „Swamp Metal“. Neben Songs aus ihrem neuen Album Gauge spielten sie auch viele ältere
Titel und zogen die erst noch zaghafte Menge in ihren Bann. Der erbarmungslose Sound und die beeindruckend
aggressive Stimme des Sängers Pekka Kokko riss das Publikum schließlich mit. Am frühen Abend leisteten The Rods auf der Bühne der MuK ihren
Beitrag zum hanseatischen Metalspektakel. Nach einem guten Start fiel nach dem
zweiten Song die Technik kurzzeitig aus und die Dynamik des Heavy Metal litt
etwas darunter. Das Problem wurde aber schnellstmöglich bereinigt und die
entgeisterte Menge wurde von der dreiköpfigen Band wieder mitgerissen. Sänger und
Gitarrist David Feinstein ging nicht gerade glimpflich mit seiner „feurigen“
Gitarre um und zaubert saubere Soli zu Tage. Als dann auch der Drummer an
seinem Set zeigte, dass er kein Zauberlehrling mehr ist, wurde einem klar, das
ist Heavy Metal, wie es im Lehrbuch steht. Als die drei Herren von Raven
die Bühne der MuK eroberten, füllte sich die Halle langsam, aber stetig. Jetzt
kamen die absoluten Veteranen des Heavy Metal an die Reihe, wurde die Band doch
schon 1975 in England gegründet. Sänger und Bassist John Gallagher drehte
völlig auf und lieferte eine perfekte Show. Dem stand Gitarrist Mark Gallagher
in Nichts nach. Seine Soli kamen gewaltig, die Riffs hart und laut. Unterstützt
wurden sie durch Joe Hasselvander, der seine Drums wie ein Berserker
bearbeitete. Bei Songs wie Crash! Bang! Wallop!, One for all und All for one
zeigte sich das Publikum erstaunlich textsicher und feierte seine Helden euphorisch. Aggressiver Death-Metal von Endstille aus Kiel trieb die Fans um 20 Uhr in den Sand. Vier geschminkte, dunkle Gestalten verwandelten den Treibsand in ein Kriegsgebiet. Die Band zeigte, dass das Ende nicht still ist, sondern gewaltig und laut. Die brachialen Riffs und das Schlagzeug zerstörten jegliche Harmonie und der neue Sänger der Band schrie sich die Seele aus dem Leib, wenn er sie nicht schon verkauft hat. Der Song Bastard klang neben den hemmungslosen Passagen fast schon wie eine Ballade. Die erste Reihe musste eine „Biertaufe“ über sich ergehen lassen, bevor es zum nächsten akustischen Kampf kam. Es „flogen“ Hände und Haare durch den Raum und spätestens jetzt wusste man, dass die Hölle kein stiller Ort sein kann. Entombed in der MuK spielte Death Metal, gemixt mit Blues und Rock’n Roll. Die Jungs aus Schweden um Sänger L.G. Petrov waren vor allem eins – laut. Und das kam beim Publikum an, denn hier wurde gemosht wie verrückt und so manche Luftgitarre wurde geschwungen. Auch unsere niederländischen
Nachbarn waren vertreten und lieferten mit The
Devils Blood eine außergewöhnliche und facettenreiche Band. Ihren Einfluss
haben die sechs Musiker aus dem Psychedelic Rock der Siebziger und bedienen
sich auch aus den Bereichen des Progressive Rock. Ihr gemeinsames Markenzeichen
ist ein mit Schweineblut beschmierter Körper. Passend zu dem blutigen Ambiente war
die Bühne mit rotem Licht bestrahlt, mit Kerzen geschmückt und der Rauch von
Räucherstäbchen vernebelte die Luft. Headbangen war hier nicht wirklich
angesagt, aber die melodischen Klänge der drei Gitarristen und die, wie in
Trance wirkende Sängerin, hypnotisierten die aufmerksamen Zuhörer mit schier
endlosen Klangpassagen und leider unverständlichem Gesang. Alles in allem eine etwas zu perfekte Show. Zu später Stunde und als
weiteres Highlight kam die junge Münchner Band Equilibrium auf die Bühne der MuK. Mit ihrem melodischen Mix aus
Folk, Viking, Pagan und Black Metal begeisterten sie vor allem die jüngeren
Zuschauer. Mit ihrem neuen und charismatischen Sänger Robse und dem neuen
Drummer Hati ist der Band ein wirklicher Fang geglückt und das Publikum moshte
quasi vom ersten Ton an. Powerwolf boten mit ihrem
Auftritt im Treibsand ehrlichen Power-Metal und stellten sich selbst als dunkle
Priester dar, die das Evangelium verkünden wollen. Die Bühnenshow wurde mit
Weihrauch und Myrrhe eröffnet, die Band gab sich publikumsnah und repräsentierte
sich als richtiger Stimmungsmacher. Die deutsch-rumänische Zusammenkunft hatte
einiges zu bieten. So genoss der Sänger gar eine klassische Gesangsausbildung.
Ihm gefiel die Hansestadt Lübeck augenscheinlich so gut, dass er mit dem
Publikum mit Weißwein in einem goldenen Kelch darauf anstieß. Fans des Genres
halten Powerwolf für eine der besten Power-Metal Bands überhaupt. Weit nach Mitternacht zogen die letzten Fans von dannen und ein müdes
und nicht immer nüchternes Volk trollte sich heimwärts. Nun bleibt abzuwarten,
ob auch im nächsten Jahr der Osterhase in schwarzem T-Shirt und Kutte nach
Lübeck kommen wird. Man darf gespannt sein, was die Veranstalter für 2011 in petto haben. |
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Wenn RUFFIANS schon der erste Höhepunkt des Festivals waren, warum fiel die Besprechung so kurz aus? Zudem, das war nicht Luke Bowman an der Drums, der ist schon ein Jahr nicht mehr dabei. Sondern der neue Drummer,ex-Laughing Dead Scott McKenzie, - nur zur Info.Ein bißchen kompetentere Recherche wäre schon angebracht!
Bei der Kategorie der Musik kann man sich noch streiten, aber die anderen Aussagen sind ein objektiver Tatsachenbericht. Wenn ein Sänger ein Bier nachdem anderen und einige Glimmstängel verschlingt, währenddessen ins Mikrophon prustet ist die Kritik am Sänger gerechtfertigt. Mag es der Lebensstil oder die Reunion sein, die Euch Asmodis näher bringt, nach außen wirkten Sie sehr distanziert.
Wir möchten hier einmal fragen, wer hier solche inkompetenten Kritiken von sich gibt?
Erstens ist ASMODIS keine Power- sondern Thrashmetal Band. Zweitens ging das Publikum total auf die Jungs ab (und der Laden war voll) und drittens wirkte der Sänger keineswegs gelangweilt. Der hat sich die Seele aus dem Leib gesungen, genau wie der Rest der Band sich selbige aus dem Leib gespielt hat.
ASMODIS haben 17 jahre lang nicht zusammen gespielt und haben trotz in die Jahre gekommen den Jungspunden und Grunzmetallern gezeigt wo der Hammer hängt.
Metallische Grüße
Anthony und Richard
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