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Dieser Artikel gehört zur Themenseite "Große Kiesau Literaturnacht" |
| 5. Große Kiesau Literaturnacht - Verlangen nach Drachen |
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Dienstag, 2. März 2010
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![]() Gudrun Tielsch Es ist eng in den Altstadthäusern der Großen Kiesau. Mehr als 20 bis 25 Besucher können sie nicht aufnehmen. Das gerade macht den Charme der Literaturnacht aus. Das kleine Literaturfestival feierte Jubiläum. Fünf Jahre gibt es diese ungewöhnliche Reihe schon. Zehn Häuser öffneten dieses Mal ihre Türen. Jedes war bis auf den letzten Platz gefüllt. Vor dem Besuch steht die Qual der Wahl. Aus dem reichen Programm das Richtige auszuwählen, ist nicht einfach. Verlangen nach Drachen, so der Titel des Romans der jungen österreichischen Schriftstellerin Verena Rossbacher, aus dem im Haus Nr. 9 gelesen wurde. Von den freundlichen Gastgebern Christa Erdmann und Erhard Schmidt herzlich empfangen, nahmen die Besucher in der kleinen Diele Platz. Ein Heizstrahler schuf angenehme Wärme, ein Glas Wein erhöhte die Vorfreude. Es las die Wiener Schauspielerin Gudrun Tielsch. Sie gestaltete ihren lebhaften Vortrag wie eine kleine, intime Theateraufführung. Rossbachers Roman spielt in Wien. Die Hauptperson ist Klara. Erzählt wird von Liebhabern, die Klara abgelegt hat und ihrer großen Liebe, von der sie verlassen wird. Die Liebhaber sind Männer, die abstruse Dinge sammeln, Haare zum Beispiel oder tote Tiere in Formalin eingelegt. Darunter ein Archeopterix. Kopfschütteln bei einigen Hörern, ungläubiges Staunen. Die Verfasserin dieses Berichts ergriff Unbehagen. Sie hatte Probleme, den "langen Atem" aufzubringen, die Lesung bis zum Ende anzuhören. Wäre da nicht der lebendige Vortrag gewesen und einige schöne lyrische Passagen, auch andere Zuhörer hätten ihn wohl nicht aufgebracht. Zu wirr und gekünstelt das Sujet. Alles muss riesig sein. Unter dem Archeopterix macht es Roßbacher nicht. Ihre Figuren bleiben konturlos. Leben eingehaucht hat die Autorin ihnen nicht. Stattdessen wird diese Geschichte von Liebe und Verlassenwerden gefüllt mit allerhand Skurrilitäten. Der geneigte Leser verzeihe der Verfasserin diese voreilige allzu harsche Kritik. Aus den wenigen Auszügen lässt sich natürlich kein Urteil bilden. Dem Charme des Abends im Haus Nr. 9 tat das keinen Abbruch. Er verdankt sich mehr dem gekonnten Vortrag von Gudrun Tielsch, dem ungewöhnlichen Ambiente und der Liebenswürdigkeit der Gastgeber als dem, was gelesen wurde. Nach Ende der Lesungen ging es wie jedes Jahr in die Schiffergesellschaft. Dort stellten Bettina Thierig und Reinhard Gröber, die Macher des Festivals, die Mitwirkenden noch einmal vor. Mit angeregten Gesprächen in geselliger Runde klang der Abend aus. Auf ein Neues im nächsten Jahr! Fotos: (c) Ralf Küpper |
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