Gerne bediente man sich dazu der instrumentalen Akustikgitarrenmusik von Dieter Geike (Blonker), und
Das Loch in der Banane von Klaus Weiland wurde ob des verstärkten Einsatzes seitens des NDR gar zu einem regionalen Klassiker. Überhaupt war die Akustikgitarre aus dem musikalischen Geschehen jener Zeiten kaum wegzudenken. Liedermacher wie Hannes Wader, Reinhard Mey Mario Hené, Georg Danzer oder Franz Josef Degenhardt prägten eine Szene, die stark durch die englische Folk-Szene und amerikanische Singer Songwriter wie Pete Seeger, Bob Dylan, Joni Mitchell oder Woody Guthrie beeinflusst wurde. Im Jazz fristet die akustische Gitarre eher ein Nischendasein. Trotz der Bemühungen von Musikern wie Laurindo Almeida, Earl Klugh, Tim Sparks, Ralf Kolbe oder Martin Illenberger sie populärer zu machen, hat sie es nie geschafft, aus dem Schatten ihrer elektrisch verstärkten Schwester herauszutreten.
Uli Kringler setzt in seinem Trio exklusiv auf sie und nimmt die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise. In feinstes Fingerpicking gewandete Klangimpressionen erschaffen Bilder in den Köpfen der Zuhörer. Egal ob den Kompositionen Eindrücke aus Kapstadt, Barcelona, Danzig oder Venezuela als Inspiration gedient haben, Kringler und seinen Musikern, Lars Hansen am Bass und Heinz Lichius am Schlagzeug, gelingt es, Lebensgefühl und Lokalkolorit in Tonbilder zu transformieren. Interpunktiert wird der musikalische Vortrag immer wieder durch geistreich-farbenfrohe Anekdoten des reisefreudigen Hamburger Gitarristen. Man fühlt sich an Geoff Dyers Buch
Reisen, um nicht anzukommen erinnert. Genau wie Dyer ist Kringler neugierig auf die Welt und lässt den Zuhörer durch seine Musik teilhaben an seinen Erlebnissen, Eindrücken und Erkenntnissen. Subtil und nuanciert sekundieren Heinz Lichius und Lars Hansen ihrem Gitarristen. Besonders der Einsatz des Fretless-Basses mit seiner sonor knurrenden Stimme schafft ein Fundament, das der Musik gut zu Gesicht steht.
Passend dann auch gen Ende eines wunderschönen Konzertes: das Cover von Bruce Cockburns'
Pacing the Cage, ist der in Deutschland sträflich übersehene kanadische Songwriter doch ein Bruder im Geiste, was die Reiselust betrifft. Als Zugabe gibt es eine etwas unterprobte aber charmante Version des Dylan-Klassikers
The Times they are a changing. Wer sich trotz Schnee und Eis am Freitag in die Große Petersgrube aufgemacht hatte, wurde mit ausgezeichneter Musik für seine Mühen belohnt. Für alle anderen sei gesagt, dass das Konzert mitgeschnitten wurde und im Herbst als CD auf den Markt kommt.





Fotos: (c) Bernd Krüger
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