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Dieser Artikel gehört zur Themenseite "Predigt zur Kunst" |
| Wie radikal muss Kunst sein? |
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Samstag, 30. Januar 2010
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Welches ist das berühmteste Bild der Welt? – Die Mona Lisa vielleicht oder Dürers Betende Hände? Weit gefehlt. Es ist Picassos Guernica. Ein Gemälde voller Leid, Tränen und Gewalt. Ein Bild gegen den Krieg. Würde man sich nicht so unbedingt über´n Esstisch hängen und trotzdem ist es das Bild, das mehr Menschen auf der Welt kennen, als jedes andere. Der Grund dafür mag im Erschaffer liegen oder in der schieren Größe (über 7 Meter lang). Die unglaubliche Wirkung des Bildes, der enorme Eindruck, den es beim Betrachter hinterlässt, ist aber auf die immense Emotionalität, die es in sich trägt, zurück zu führen. Es bewegt und berührt. Picasso hat es als Reaktion auf die Zerstörung der spanischen Stadt Guernica gemalt und gesagt, dass "ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann." So ist es, und Künstler haben in ganz besonderem Maße die Aufgabe, Zeichen zu setzen. Im Gegensatz zu Politikern und Diplomaten brauchen sie nicht politisch korrekt oder diplomatisch zu sein, und konträr zum Militär müssen sie auch nicht Krieg führen. Künstler müssen den Finger in die Wunde legen. Sie müssen den allzu geschliffenen Worten der Demagogen das Deckmäntelchen der Moral wegreißen und die Brutalität der Kriegsherren und Feuerleger offen legen. Künstler müssen Scheinheiligkeit von Gewalt predigenden Priestern in hellstem Licht darstellen und schweigenden Bürgern das Grauen ins Gesicht brüllen, bis sie aufwachen. Dazu brauchen sie weder Megafon noch Genehmigungen, weder Waffen noch Verbindungen. Keine Lobby, keine Partei und keine Armee. Künstler haben die Kunst. Sie haben fein geschliffene Worte, Bilder, die alles verraten, Musik, die das Leid und das Unrecht beweinen lässt. Künstler erreichen niemanden übers Denken. Sie müssen nicht überzeugen, nicht erpressen, nicht zwingen, nicht verführen. Künstler erreichen die Menschen über das Gefühl. Das Gefühl ist die Wurzel unseres Denkens. Bevor wir denken fühlen wir erst mal und alles was wir tun beginnt mit einem Gefühl. Wer Picassos Guernica anschaut, fühlt eine entsetzliche Traurigkeit. Über den lange vergangenen Krieg in Spanien, über all die vielen Kriege, die so viel Leid über die Welt gebracht haben. Vielleicht über die eigenen Kriege, die jeder in seinem Leben so führt. In einer Welt, in der nur noch re-agiert wird, die sich schnell und schneller dreht, bietet die Kunst Gelegenheit, sich mal wieder zu fühlen. Angesichts massiver medialer Überflutung mit Schreckensnachrichten aus aller Welt, greller Werbung, Actionszenen und Gewalt ist es für den Künstler allerdings schwer, noch zu unseren Gefühlen durchzudringen. Da braucht´s schon eine tote Kuh, die aus dem Hubschrauber geworfen wird und unten auf dem Marktplatz aufschlägt, während der Künstler von oben schreit: “FLEISCH! FLEISCH! FLEISCH!" Natürlich ist man erschüttert und manche Mutti schickt das Kind gleich zum Therapeuten, um das Trauma zu verarbeiten. – Vorher geht man aber eben noch zum Schlachter und holt ein viertel Pfund Hack aus Massentierhaltung für die tägliche Frikadelle des kleinen Rackers. – Nicht bei jedem kommt die Botschaft Kunst an. Man muss sein Herz schon öffnen. Und um auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Kunst muss radikal sein, sonst verkommt sie zum bildnerischen Tranquilizer. Oder mit Jonathan Meese: „Radikal? Ultra-radikal!“ Mit den Mitteln der Kunst. Radikale Grüße Anja Es |
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Welches ist das berühmteste Bild der Welt? – Die Mona Lisa vielleicht oder Dürers Betende Hände? Weit gefehlt. Es ist Picassos Guernica. Ein Gemälde voller Leid, Tränen und Gewalt. Ein Bild gegen den Krieg. Würde man sich nicht so unbedingt über´n Esstisch hängen und trotzdem ist es das Bild, das mehr Menschen auf der Welt kennen, als jedes andere.





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Guernicá das berühmteste Bild? Darüber zu streiten ergibt wenig Sinn, aber eines ist sicher: in 100 Jahren wird niemand, absolut niemand außer Kunsthistorikern wissen, vor welchem geschichtlichen Hintergrund das Gemälde entstand. Es wird sich aus jener künftigen Perspektive in die Reihe derjenigen Werke fügen, die nur für Akademiker relevant sind. Politisch radikale Kunst? Politisch engagierte Kunst? Die ist doch nur in ihrem jeweiligen Kontext lesbar. Das ist keine Kunst, das ist Publizistik. Ganz ehrlich, da lese ich lieber Zeitung.
Natürlich wird Guernicá auch in 100 Jahren als - sagen wir - spätexpressionistisches Werk seine dramatische Wirkung nicht verfehlen, dafür ist das Gemälde schlichtweg zu genial. Aber können Sie aus dem Stegreif sagen, von welchen Kriegsereignissen denn genau die 'Grausamkeiten des Krieges' von Goya inspiriert wurden?
Für mich persönlich bleibt die Friedenstaube, die Picasso in einem trostlosen, im Bau befindlichen Beton-Wohnsilo Polens an die Wand gekritzelt hat, universeller in ihrer Aussage als Guernicá...
es gibt auch andere Wege, die Herzen der Menschen mit Kunst zu öffnen und zum Nachdenken anzuregen. Dazu bedarf es keines blutigen Messers in der Hosentasche..
GUERNICA - Das berühmteste Bild der Welt?
Vielleicht - vielleicht auch nicht. Es wäre müßig darüber zu streiten, wie viele Augen es gesehen haben. Mit Sicherheit hat es viele Betrachter berührt und betroffen gemacht und zweifelsohne ist es eines der wichtigsten und in seiner Aussage eindringlichsten Werke, das die Kunst zu bieten hat.
An den Aufschrei nach dem Abwurf einer toten Kuh aus einem Helikopter zu erinnern war ein gut gewähltes Beispiel mit welcher Intensität sich eine Kunstaktion, die nur von wenigen erlebt wurde, als Momentaufnahme förmlich ins Gedächtnis fressen, Kreise ziehen und eine Welle der Entrüstung auslösen konnte.
Merkwürdigerweise erhalten unsere Medienberichterstatter mit den alltäglichen Horrormeldungen nur einen Bruchteil der o. g. Aufmerksamkeit.
KUNST ALS VISUELLE OHRFEIGE FÜR KOLLEKTIVES FEHLVERHALTEN HAT ETWAS ZU SAGEN - in diesem Artikel wurde es mehr als deutlich.
Persönliche Anmerkung zum Kommentar
von Herrn von Stintenburg:
Die Aussagen der Künstler, die sie in ihren Kunstwerken transportieren sind es worauf es ankommt - was wirklich wichtig ist.
Statistiken und Angaben zu Bildaufbau und Technik, wie von Ihnen angemahnt, vernebeln den Blick auf das Wesentliche.
Wenn Sie ein Problem mit Frau ES haben, besprechen Sie es doch persönlich mit ihr. Als mutige Künstlerin die sich stellt, steht einem offenen Gespräch bestimmt nichts im Wege.
Sich mit Kunst zu beschäftigen - heißt wach bleiben, bereit sein einen anderen Blickwinkel einzunehmen.
Sich auf Kunst einzulassen, bietet immer die Chance wach zu werden - auch Sie haben sie.
I.K. Korzitzki
Das ist alles wahr - nichts davon wirklich. Das sicher weit über unser mit radikalen Künstlern und sonstigen Schwadronierern, die in Wirklichkeit ganz anders ticken, so reichlich gesegnetes Ländchen bekannteste Bild dürfte nach wie vor das von Adolf Hitler sein. Diese Behauptung ist als Performance zu verstehen. Radikal genug? Finger auf die Wunde gelegt?
Hallo Pippo, es gibt nichts Uninteressanteres, als darüber zu streiten, welches Bild bekanter ist. Und kunsthistorisch zu betrachten, in welchen Zustand ein Bild ist oder ob es auf Pappelholz oder Schuhsohlen gemalt wurde überlasse man doch lieber den 'Schubladen-Denkern'. Nichts für ungut lieber Pippo, aber du bist echt von vorgestern und versteckst dich hinter deinen Gehirnverkrustungen. Öffne dein Herz!
Wenn die Große Künstlerin und Alles Über Kunst Wissende Anja Es ihre Radikalität doch endlich wenigstens einmal nutzen würde, vernünftig zu recherchieren, sich ernsthaft und zumindest ansatzweise professionell mit dem Begriff 'Kunst' auseinander zu setzen, müssten die Leser ihrer Beiträge dieses ständig dumpfe Halbwissen, dieses wichtigtuerische 'ich kenn mich aus in der Kunst' und ihre persönlichen Wertungen nicht länger ertragen.
Die Beiträge müssen nicht akademisch sein, aber zumindest richtig. Sie dürfen witzig sein, aber dann gekonnt.
Vielleicht liegt es bei der großen Kunstwissenden allein schon daran, dass sie sich über den Begriff 'Kunst' nicht im Klaren ist?
Wenn Sie sich schon irren und behaupten, dass Picassos 'Guernica' das bekannteste Bild der Welt ist, dann schreiben Sie doch gefälligst auch etwas über dieses für viele unverständliche Bild: das genaue Format und Material, die Maltechnik, die Bedeutung der Figuren und Symbole, ein wenig mehr historischen Hintergrund, den heutigen schlechten Zustand des Bildes, die vielen Entwürfe und Detailzeichnungen und und und. Bilden Sie das Gemälde ab und nicht sich. Ich befürchte, Sie haben dieses Werk überhaupt nicht verstanden!
Und schreiben Sie bitte bitte endlich einen Artikel über das, was für Sie 'Kunst' ist. Ich möchte es verstehen - zumindest Sie. Ich freu mich drauf.
P.S. das bekannteste Bild der Welt ist nun einmal ein gar nicht radikales und auch heute noch die 'Mona Lisa' von Leonardo da Vinci, die mit richtigem Namen Lisa del Giocondo hieß, in Italien 'La Gioconda' und in Frankreich 'La Joconde'; aber das wissen Sie natürlich. Auch dass es auf Pappelholz gemalt, im 16. Jahrhundert entstanden und im Format von 76,8 cm x 53 cm im Louvre hängt.Und und und.
Sie sind mutig, das finde ich toll. Aber mutig sein ist auch oft riskant.
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