| [TV-Schau] Gewinn blieb aus! Dieter Wedel – ein Betrüger? |
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Freitag, 22. Januar 2010
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Drei Jahre hat Dieter Wedel gebraucht, um für Gier zu recherchieren, einen Film, der u.a. das Leben des Hochstaplers Jürgen Harksen benutzt, um zu zeigen, wie leicht Menschen blind werden vor Gier. Nicht nur der Hunger nach Geld – auch die Sucht nach Anerkennung oder Liebe lassen sie zur leichten Beute für Betrüger werden. Und – so lautet die These – die müssen dabei noch nicht einmal besonders geschickt vorgehen... Auch ein Regisseur muss, wenn er mit einem großen Namen vor sich her wedelt, nicht besonders geschickt sein, um zumindest 1,21 Millionen Zuschauer (bei ARTE) zu betrügen. Der mit Faktor 13 beworbene TV-Zweiteiler hat es geschafft, dass der Zuschauer einen hohen Betrag an Zeit und Geduld investiert – und am Ende nicht bekam, was ihm versprochen wurde. Dass Dieter Wedel mit einem so immensen Aufgebot an hervorragenden Schauspielern ein solches Mittelmaß geschaffen hat, ist so unbegreiflich wie ärgerlich. Die größte Rendite versprach die Story: Die Geschichte von Jürgen Harksen, die in das Drehbuch mit einfloss, ist so absurd wie wahr: Anfang der Neunziger prellte er die Hamburger Gesellschaft und damit erfahrene Geschäftsleute um viele Millionen, weil er ihnen ein Investment versprach, das 1300 Prozent Rendite abwerfen sollte. Der aus kargen Verhältnissen stammende Finanzjongleur Harksen schaffte es lange, die Welt aus schönen Schein und Scheinen aufrechtzuerhalten. Als er aufflog, wurde eine Haftstrafe von 6 Jahren nach drei Jahren und zwei Monaten zur Bewährung ausgesetzt. Im Gerichtssaal lässt ihn Wedel sagen: „Ich habe das Geld von den Reichen genommen und den Armen gegeben – also mir.“ Ein hoher Gewinn an Unterhaltung und Erkenntnis wurde außerdem suggeriert durch ein glanzvolles Portfolio von risikofreien Akteuren: Dazu gehörten Ulrich Tukur (als Dieter Glanz), Devid Striesow und Uwe Ochsenknecht. Auch Heinz Hoenig und Harald Krassnitzer erhöhten die Erwartung – nicht anders Katharina Wackernagel. Dieter Wedel trommelte: „In meinem neuen Film gibt es fast nur Hauptrollen“. Auch die Locations waren vielversprechend. Produziert wurde in Bremen, Hannover, Düsseldorf und Kapstadt. Die hohe Erwartung an die Erkenntnis-Rendite folgt aus Wedels öffentlichen Ankündigungen, wie: „Die Gier nach Macht und Geld und die Sucht nach Freundschaft, Liebe und Anerkennung sind das zentrale Thema in meinem Film.“ ![]() Gloria Glanz ( Jeanette Hain), Dieter Glanz (Ulrich Tukur) Und nun das: Schimmernde Schauplätze, die Kulisse bleiben; schöne Schauspieler, die unüberzeugend daher reden, eine Dialog-Regie, die hölzern wirkt und uninspiriert („Glaubst Du mir nicht?“ „Geglaubt wird in der Kirche.“), Sprachbilder, die durch Abgenutztheit nerven, wie das vom Fahrstuhl, der nach unten rast und bei dem man den Stopp-Knopf nicht mehr findet, wie das vom Geld, das ist wie Meerwasser: „Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man.“ Je mehr man von diesen Szenen sah, desto geringer wurde der Durst nach weiteren Bildern. Da half es auch nicht, dass Ulrich Tukur eine wahre Glanzleistung ablieferte: Gegen diese wahrhaft blödsinnige Reihung von Klischees konnte auch er nicht anspielen. Nach vielen, vielen Stunden also stellte sich heraus, dass man um seine Zeit betrogen wurde: 180 Minuten investiert – 0 Gewinn. Dieter Glanz würde sagen: Selber Schuld. Wer auf glänzende Versprechungen reinfällt, muss Enttäuschungen einkalkulieren. Dennoch: 6 Jahre für Wedel! Und bei guter (Regie)-Führung eventuell Bewährung. Bilder: (c) ARD Degeto Den Film Gier jetzt in der ARD-Mediathek anschauen |
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Drei Jahre hat Dieter Wedel gebraucht, um für Gier zu recherchieren, einen Film, der u.a. das Leben des Hochstaplers Jürgen Harksen benutzt, um zu zeigen, wie leicht Menschen blind werden vor Gier. Nicht nur der Hunger nach Geld – auch die Sucht nach Anerkennung oder Liebe lassen sie zur leichten Beute für Betrüger werden. Und – so lautet die These – die müssen dabei noch nicht einmal besonders geschickt vorgehen...




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Mir haben leider schon ca.30 Minuten von diesem 'Film'gereicht. Alles furchtbar hölzern, spannungslos und immer schönes Party-smalltalk-Wetter. Gähn... Am meisten wundere ich mich auch über die Redakteure und Verantwortlichen...; daß man nicht im Vorfeld dieses banale Drehbuch (Dialoge) entlarvt hat und Herrn Wedel und Co. besser beraten hätte...oder auch mal in die kluge Schranke gewiesen hätte...
Bekanntlich kann jeder immer was dazulernen...auch ein scheinbar toller(?) Regisseur. Das öffentlich und private Fernsehen versinkt auch nebst all diesen Dumpfbacken Sendungen mit einem scheinbar interessanten Stoff in große BANALITÄT. Leider, leider...
Eingefleischter Konsumanspruch! Wurde er nicht erfüllt? War es nicht Müller-, Meier-, Koth-gerecht? Kann man von einem Filmregisseur erwarten, dass er Leuten, von denen man weiß, dass sie die Phrase, die Plattutüde, die anmaßendste Ignoranz tagtäglich sowohl im Hirn als auch im Munde führen, etwas anderes sagen lässt? Wedel für Phrasen und für eine enttäuschende Realität verantwortlich zu machen ist ungerecht gegenüber Wedel, sosehr die Kritik dieser Realität auch gerecht wird (tut sie aber nicht, sie sagt ja nur wieder was ist, und auch das noch subjektiv). Traf der Film auf andere Klischees, die er nicht erfüllt hat? Da gibts ganz andere Realitäten, für deren Phrasendrusch, Verlogenheit, Ödheit und Unabänderlichkeit der Wedel ebensowenig verantwortlich ist. Da würden Sie sich nicht mal wundern, Frau Koth!
ich finde es eine sauerei (wie über einen der besten regisseure) die deutschland noch hat, hergezogen wird.
Sechs Jahre Filmverbot - das ist für einen 70-Jährigen (der sich gerne drei Jahre jünger macht) so gut wie lebenslänglich.
Also hat es sich ausgewedelt. Dieter, wir werden dich nicht vermissen.
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