| Fräulein Else - Ich fühle den Blick auf meinem Nacken, durch den Schal |
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Samstag, 5. Dezember 2009
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![]() Fräulein Else - Ein Monolog Fräulein Else, Tochter eines Wiener Rechtsanwalts, befindet sich für einige Urlaubstage in einem italienischen Kurort. Dort bekommt sie einen Express-Brief ihrer Mutter, in welchem die Bitte an sie herangetragen wird, den reichen Kunsthändler Dorsday um ein dringend benötigtes Darlehen zu bitten, da Elses Vater Mündelgelder veruntreut habe und kurz vor der Verhaftung stehe. Else geht auf Dorsday zu und schildert ihm die schwierige familiäre Lage. Dorsday willigt zwar ein, die notwendigen 30.000 Gulden zur Verfügung zu stellen, fordert aber als Gegenwert die Erlaubnis, Else nackt betrachten zu dürfen. Else reagiert empört auf dieses Ansinnen, erkennt aber im Laufe des Abends die dilemmatische Situation, in der sie sich befindet. Sie ist gefangen zwischen unbedingter Loyalität zu ihrem Vater, die mit der eigenen monetären Situation verbunden ist und der starken Sehnsucht nach Autonomie und selbstbestimmter Weiblichkeit. Lehnt sie das "Angebot" Dorsdays ab, müsste sie ihren Vater seinem Schicksal überlassen und ihre eigene gesellschaftliche Reputation wäre dahin; das Eingehen auf Dorsday käme aber einer Selbstprostitution und damit der Aufgabe selbstbestimmten Verfügens über den eigenen Körper gleich. Else ist in einem Dilemma, das am Anfang des 21. Jahrhundert präsenter ist denn je. Sie und Ihre Familie, von der Sie als Neunzehnjährige noch abhängt, steht vor der Insolvenz. Sie als Neunzehnjährige ist immer noch Single. Sie als Neunzehnjährige lebt in einer Gesellschaft, die sie selbst verachtet und die sie nicht bedienen kann. Else, die sich nach einem Mann an ihrer Seite sehnt, quasi mit allen sich eine Vereinigung vorstellt, erträumt und diese auch nicht unerotisch ausmahlt, verabscheut Herrn von Dorsday, der ihre Situation auszunutzen sucht und sie „Verprostituieren“ will. Dorsday aber ist wiederum der, der sie und Ihre Familie vor dem Ruin im Gegenzug retten würde. Es ist ein Monolog entstanden, der durch innere und äußere Rede, stellenweise auch komisch wirkend, die innere Zerrissenheit Elses zeigt, die in der Ausweglosigkeit in der sie sich befindet, das Problem immer wieder dreht und wendet und immer wieder ihr eigenes Argument selbst aus der Hand schlägt. So entsteht ein Gedankenprozess, der sich einzig in Elses Kopf abspielt, in tragisch, ironischer, sarkastisch, komischer Form. Mit: Katja Felber Regie und Raum: Peter Glockner Fräulein Else - Ein Monolog nach Arthur Schnitzler Premiere: Donnerstag, 10. Dezember 2009 um 20 Uhr Theaterrausch, Berlin Erich-Weinert-Str. 27/Ecke Greifenhagener Straße Karten: 12 Euro/ 8 Euro Kartenvorverkauf: Reservierung unter Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können oder Tel (030) 44 67 32 64 Abendkasse ab 19 Uhr geöffnet www.buehnenrausch.de |
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