| Gerard Donovan - Winter in Maine |
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Dienstag, 17. November 2009
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So eindringlich wie kaum ein anderer beschreibt der irisch-amerikanische Autor Gerard Donovan in seinem Roman „Winter in Maine“ die Zerrissenheit eines Menschen auf der Suche nach Liebe. Die Winter in Maine sind kalt und einsam. Das weiß auch Julius Winsome, lebt er doch schon sein ganzes Leben in einer kleinen Hütte mitten im Wald. Seine Mutter starb bei seiner Geburt, sein Vater zog ihn alleine groß und brachte ihm die Bücher und Sprache von Shakespeare nahe. Julius ist kein geselliger Typ, sondern genießt das Alleinsein. Seine einzige Gesellschaft sind sein Hund Hobbes und die 3282 Bücher, die er von seinem Vater geerbt hat. Im Sommer verrichtet er Gelegenheitjobs, im Winter sitzt er vor dem Feuer und liest. Ein Leben auf Sparflamme. Er weiß, dass er ein Außenseiter in der Gesellschaft ist. Aber das sind fast alle, die dort im obersten Nordosten der USA wohnen und der Einsamkeit und Kälte des eisigen Winters trotzen. Julius hatte nur einmal jemanden richtig geliebt: Claire, die vor Jahren plötzlich vor seiner Hütte auftauchte und sich in sein Leben stahl. Aber nach einem kurzen Sommer voller unausgesprochener Gefühle verschwand sie wieder. Es ist Winteranfang in Maine und die Jagdsaison beginnt. Julius denkt sich nichts dabei, als in der Nähe seiner Hütte ein Schuss fällt. Doch als sein Hund Hobbes von einem Spaziergang nicht zurückkommt, wird er langsam unruhig. Schließlich macht er sich auf den Weg und findet Hobbes angeschossen auf der Lichtung unweit der Hütte. Getroffen aus nächster Nähe und offenbar mit Absicht ausgewählt. Julius fährt mit ihm den ganzen Weg zum nächsten Tierarzt, aber leider vergebens und der einzige Freund, den er jemals hatte, stirbt in seinen Armen. Nun ist er wieder allein. Seine kleine Welt bricht zusammen, und getrieben von Rachegedanken macht er sich auf die Suche nach dem Schuldigen. Von den Bewohnern der nächsten Ortschaft verspottet (Was soll die Aufregung? Es ist doch nur ein Hund!), sucht er das alte Scharfschützengewehr seines Großvaters heraus und macht sich auf die Jagd nach dem Mörder seines Hundes. Dass dabei auch Unschuldige getötet werden, schert ihn nicht wirklich, und nichts bringt Julius von seinem Vorhaben ab. In kurzen Sätzen, knapp und eindringlich, schildert Gerald Donovan den Kummer eines Mannes über den Verlust von Liebe und Freundschaft. Er schreibt mit solcher Kraft, dass man gefesselt ist von den Bildern, die er heraufbeschwört und das Buch nicht aus der Hand legt, ehe man nicht auch die letzte Seite gelesen hat. Trotz der Kaltblütigkeit und der Gewissenlosigkeit, mit der Julius Winsome seine Rache plant und durchführt, fühlt und bangt man mit ihm und fragt sich, wo genau verwischt die Grenze zwischen Kummer und Rache. Und irgendwie erwischt man sich, dass man auf der Seite des Bösewichtes ist. Leseprobe Gerard Donovan: Winter in Maine. 208 Seiten, Luchterhand Verlag, 2009 |
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So eindringlich wie kaum ein anderer beschreibt der irisch-amerikanische Autor Gerard Donovan in seinem Roman „Winter in Maine“ die Zerrissenheit eines Menschen auf der Suche nach Liebe.





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