Dúné – Enter Metropolis Melde Dich an, um diesen Artikel auf deinem Merkzettel zu speichern. Artikel drucken Artikel als E-Mail versenden
Von Janine Luzak
Freitag, 11. September 2009
Sieben Musiker sollt ihr sein! Die Elektroband Dúné präsentiert mit ihrem neuen Album „Enter Metropolis“ schmissigen Indie-Elektrobeat aus Dänemark und garniert jeden musikalischen Genuss mit Synthie-Sahnehäubchen in Perfektion.

Wo herkömmliche Bands mit drei, vier Musikern aufwarten, stellen sich Dúné in einer Siebenerreihe eingehakt und dickköpfig in den Mainstream-Gegenwind. Nach dem sehr gelungenen Debüt „We Are In There You Are Out Here“ prügeln die Dänen „Enter Metropolis“ über die CD-Anlagen dieser Welt. Gemäß des Titels endlich in der Großstadt angekommen - von Skive über Kopenhagen ging es nämlich schnell nach Berlin - präsentiert die Band gekonnt eine technische Weiterentwicklung. Obwohl die Musiker im Schnitt gerade mal knapp zwanzig Lenze zählen, demonstrieren sie in ihrem zweiten Album, dass sich auch junge Menschen schnell musikalisch nach oben orientieren können.

Den Lyrics werden satte, sahnige Synthie-Hauben verpasst und stellenweise werden sie mit bis zu drei Gitarren eingekesselt, nur damit sich die Vocals frontal den gebührenden Weg nach draußen hämmern müssen. Und wie das halt so ist, wenn Künstler Perfektion anstreben – wo bleibt denn da der Biss? Der ging bei der künstlerischen Reife irgendwie verloren. Während auf der alten Platte besonders „80 Years“ und „Dry Lips“ das Tanzvolk anheizen, sucht man auf „Enter Metropolis“ solche Knaller vergebens. Die elf Tracks bereiten zwar 45 Minuten lang ein wirklich kurzweiliges Höramüsement, aber die totale Ohrwurmgarantie ist nicht gegeben – und das ist mehr als schade! „Victim Of The City“ birgt bei näherer Betrachtung noch das größte Potential. Auch bei „Heat“ werden die Boxen zum Vibrieren gebracht, aber der ultimative „Yeah-wie-geil-ist-das-denn-Moment“ will sich partout nicht einstellen.

Dúné pokert mit „Enter Metropolis“ anscheinend nicht ganz so hoch und setzt stattdessen auf die altbewährte Nummer Sicher. Das Publikum bekommt handfeste Indie-Elektrobeats, die technisch einwandfrei verpackt werden und definitiv ins Ohr gehen. Doch halt leider nur oberflächlich. Wer hier kantige, wilde Extratouren sucht, wird sie auf diesem Silberling nicht finden.

Enter Metropolis
Columbia D (Sony Music), August 2009

11 Titel, 45:34 Minuten

  • Time To Leave
  • Heat
  • Memories
  • Let Go Of Your Love
  • Final Party Of The 21st Century
  • Please Bring Me Back
  • Revolution
  • Heiress Of Valentina
  • Get It Get It
  • Victim Of The City
  • To Metropolis


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