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So entwickelte sich der protestantische Kirchengesang Melde Dich an, um diesen Artikel auf deinem Merkzettel zu speichern. Artikel drucken Artikel als E-Mail versenden
Von Horst Schinzel
Sonntag, 23. August 2009
Peter Schreier
Um ehrlich zu sein: Dies war ein Abend für Kenner. Der Schleswig-Holstein Festival Chor zeigte an drei Abenden in Schleswig, Plön und Bad Segeberg an Beispielen von Bach und Mendelssohn auf, wie sich die Gattung der Motette im protestantischen Kirchengesang im 18. und 19. Jahrhundert entwickelt hat. 105 Minuten eindrucksvoller Chorgesang a cappella – das Publikum in der voll besetzten Plöner Nikolaikirche war überaus beeindruckt.

Das eigentliche Erlebnis dieses Abends war die Chorakademie. Zu dem 2002 von Intendant Rolf Beck gegründeten Klangkörper haben sich in diesem Jahr 62 Sängerinnen und Sänger aus mehr als einem Dutzend Ländern – darunter sogar Japan und China - vereinigt. Dass es diesen begabten jungen Menschen gelingt, solch schwere Texte nicht nur musikalisch, sondern auch sprachlich sauber zu singen, ist wirklich bewundernswert. Peter Schreier (in jüngeren Jahren gefeierter Sänger und heute Dozent) wusste das von Wilhelm Gries und Olaf Katzer einstudierte Ensemble – in dem viele Mitglieder solistische Aufgaben übernommen hatten – sicher zu führen.

Motetten als besonderer Ausdruck der Anbetung Gottes gehen bis in das 12. Jahrhundert zurück. In der Zeit des Barock erfuhren sie ihre erste Vollendung. Johann Sebastian Bach hat als Thomas-Kantor eine ganze Reihe geschrieben, von denen acht überliefert sind, wie uns die Kieler Musikwissenschaftlerin Selke Harten-Strehk in einem klugen Aufsatz im Programmheft wissen lässt.

Ein Jahrhundert später hat Felix Mendelssohn Bartoldy diese Traditionen wieder aufgegriffen und Psalmen eindrucksvoll vertont. In Plön erklangen vier Bach-Motetten und drei Psalmen-Vertonungen von Mendelssohn. Außerdem steuerte Kirchenmusikdirektor Henrich Schwerk zwei Präludien bei.

Der Abend wurde herzlich gefeiert, die Mitwirkenden nicht ohne Zugabe entlassen.

Foto: © Künstlerbetreuung-Sekretariat Marion Möhle

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