| Jordan Reyne - How the Dead Live |
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Sonntag, 19. Juli 2009
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Ein Juwel des Industrial Folk wurde endlich zu Tage befördert: Jordan Reyne hat mit „How the Dead Live“ ihr bisher eindringlichstes, aber vielleicht letztes Album veröffentlicht. Die Stimme der Neuseeländerin ruft Erinnerungen an Sinead O’Connor wach und ist doch noch stärker – Jordan Reynes musikalische Auseinandersetzung mit der Geschichte ihres Heimatlandes überzeugt mit unbeschreiblichen Gänsehaut-Momenten. Ihre faszinierend kraftvolle Stimme – mal weich, mal durchdringend, immer intensiv – in Kombination mit der individuellen Strumming-Technik an der Akustikgitarre und einem stimmungsvollen Soundscape zwischen Meeresrauschen und Industrial-Klängen – das ist alles, was es brauchte, um dieses Konzeptalbum über die Geschichte von Susannah Hawes entstehen zu lassen. Es ist ein Gespräch zwischen Susannah und History. Jordan Reyne hatte einige Zeit mit Recherchen in den Archiven von Karamea verbracht, wo sie den Lebensweg von Susannah Hawes nachvollzog. 1874 war Susannah mit ihrem Ehemann aus Gravesend (England) nach Karamea an die Westküste Neuseelands gezogen. Das Leben der Pioniere war hart und entbehrungsreich. Aus dem gefundenen Material hat Jordan Reyne Songs geschrieben, in den all die Verzweiflung, die Wut und die Hoffnung zum Ausdruck kommen. Reynes tiefes Verständnis für die Toten und ihre Geschichte, für die Anstrengungen, die es im Leben braucht, um nicht aufzugeben, finden Ausdruck in ihrer Stimme. Es ist eine Gratwanderung zwischen roher Gewalt und Ohnmacht, Hoffen und Harren. „How the Dead Live“ ist ein liebevolles Gedenken an die Vergangenheit der Pioniere, die an diesem unwirtlichen Land zu verzweifeln drohten. Reyne setzt Geschichte um lyrische Texte und schnörkellose Musik. Der Verzicht auf schmückendes Beiwerk, die Reduktion auf Wesentliches lassen „How the Dead Live“ zu einem so beeindruckenden Album werden. Minimalistisch der erste Song: „From Gravesend“ lebt allein von Reynes melancholischer Stimme und ihrer Gitarre. Dadurch wird auch dem Text ein höherer Stellenwert eingeräumt. Die Lyrics sind gut verständlich. Fesselnd bleibt aber Reynes Gesang, der die ganze Bandbreite ihrer Gefühlswelt beherrscht. Für alle, die Jordan eventuell auch von ihren Live-Auftritten in Lübeck kennen, dürfte „The Proximity of Death (Blue Eyed Boy)“ ein Favorit auf der CD sein. Das ist der typische Reyne Klang: diese unverkennbare Strumming-Technik, hart, eindringlich und schmerzhaft-traurige Note in ihrer Stimme bis zur Wut. Ausnahmsweise ist dieser Song mit Percussion unterlegt, martialische Trommelklänge, die an Reynes Darkfolk-Nähe erinnern. Verstörend schön ist Jordan Reynes „How the Dead Live“, von dem sie selbst sagt, dass es wohl ihr letztes Album sein wird. Sollte sie dabei bleiben, wird dem Experimental Folk-noir eine seiner heimlichen Favorites fehlen. Reyne hatte nie ins große Musik-Business gedrängt. „How the Dead Live“ ist bei Sounz, einem neuseeländischen Label erschienen, dessen Stärke in der Community liegt, die nationale Künstler unterstützt. Songs ihrer früheren Alben sind im Internet auch zum Download verfügbar. Ihr neues Album ist ein Must-Have, nicht nur für ausgewiesene Liebhaber des Darkfolk und Industrial Folk, sondern für jeden, der die starken Frauen des Folk zu schätzen weiß und die Ehrlichkeit und Stimmung von Jordan Reynes Songwriting. Jordan Reyne im Internet: www.myspace.com/jordanreyne www.jordanreyne.com "How the Dead Live"Sounz, Centre for New Zealand Music 9 Titles, 39:48 Minuten
Die CD ist auch erhältlich über Sounz oder CDbaby |
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Ein Juwel des Industrial Folk wurde endlich zu Tage befördert: Jordan Reyne hat mit „How the Dead Live“ ihr bisher eindringlichstes, aber vielleicht letztes Album veröffentlicht. Die Stimme der Neuseeländerin ruft Erinnerungen an Sinead O’Connor wach und ist doch noch stärker – Jordan Reynes musikalische Auseinandersetzung mit der Geschichte ihres Heimatlandes überzeugt mit unbeschreiblichen Gänsehaut-Momenten.





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