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| Eutiner Festspiele: Beschwingter Auftakt mit Offenbach |
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Sonntag, 12. Juli 2009
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In den Anfangsjahren der Eutiner Festspiele – die damals noch „Sommerspiele“ hießen – sprach man an einem solchen Abend von „Freischützwetter“. Hatte es am Morgen noch wie aus Eimern geschüttet, so bot der Auftakt der diesjährigen Spielzeit einen klaren Himmel, auch wenn es mit fortschreitender Zeit empfindlich kühl wurde. So unbeschwert die Eröffnungsgrüße des Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen waren, so unbeschwert gestaltete sich auch der Ablauf dieser Premiere der Operette „Die Großherzogin von Gerolstein“ von Jacques Offenbach. Wobei sich der Politiker Carstensen hoffentlich beim Wort nehmen lässt, wenn er versicherte, dass die Landesregierung die „Eutiner Festspiele“ als unverzichtbaren Teil des Kultursommers schätze und das Ihre dazu tun werde, dass auch in 35 Jahren noch ein Politiker auf dem Grünen Hügel diese eröffnen werde. Offenbachs Persiflage auf deutsche Kleinstaaterei und preußisches Militär ist in den letzten Jahren nicht sehr häufig gespielt worden. Offenbar erlebt sie derzeit eine Art Wiedergeburt. In der nächsten Spielzeit steht sie auch in Schwerin auf dem Spielplan. Das wird reizvolle Vergleiche ermöglichen. In Eutin litt die Produktion unter dem Umstand, dass die Verantwortlichen nicht den Mut gehabt hatten, die Plane über dem Orchestergraben abzurollen. Und irgendwie fehlte den Hamburger Symphonikern unter dem sehr bemühten Lüneburger Musikdirektor Urs Michael Theus auch der letzte Pep. Überdies waren alle Beteiligten auf der Bühne anfänglich doch arg nervös, und erst nach der Pause gewann die Aufführung richtig an Schwung und Gewicht. Gewicht: Offenbachs Operette bietet vor allem unbeschwerte Unterhaltung. Wert auf musikalischen Tiefgang hat der Komponist nicht unbedingt gelegt, auch wenn er seinen Protagonisten schöne sangbare Melodien in die Kehlen geschrieben hat. Seine Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy haben – für Eutin von der Regisseurin Saskia Kuhlmann neu gefasst – das liebevoll-spöttische Bild eines fiktiven Kleinstaates gezeichnet, in dem sich die Fürstin grässlich langweilt und überdies in einen schmucken jungen Soldaten verliebt. Damit endlich einmal etwas geschieht, zettelt die von Stefanie Schaefer sehr unterkühlt gespielte Großherzogin einen Krieg mit dem Nachbarstaat an. Und den gewinnt der von ihr eilig zum General und Oberbefehlshaber beförderte Soldat Fritz (Ladislav Elgr), weil er nie eine Kriegsakademie besucht hat und als erstes den vom bisherigen Befehlshaber General Bumm (Matthias Klein) vorgelegten Aufmarschplan sofort verwirft. Allerdings – die erotischen Abenteuer, die sich die Fürstin von einem Helden erwartet, bleiben aus. Der bleibt seiner Wanda (überaus liebreizend Nadine Lehner) treu. Und darf sie schließlich heiraten. Die Fürstin muss ihren Verehrer Pink Paul (Stan Mets) notgedrungen und resignierend nehmen – sehr zum Vergnügen der übrigen Hofschranzen, deren Darsteller Peter Maus, Tomasz Wija, und Matthias Repovs klug der Versuchung widerstehen, ihre Rollen zu überziehen. Saskia Kuhlmann weiß ihre Sänger geschickt zu führen, spart nicht an einem gehörigen Schuss Erotik und hat hübsche Massenszenen entworfen. Der von Gabriele Pott einstudierte Eutiner Festspielchor nutzt die Möglichkeiten des Bühnenbildes von Achim Römer – der das vorjährige Grundmodell beibehalten und mit Spiegeln reizvoll ergänzt hat – mit viel Spielwitz. Stefano Gianetti hat mit dem fünfköpfigen Ballet einen etwas hausbackenen Can-Can einstudiert. Wunderhübsch die von Ursula Wanderess verantworteten Kostüme – die Soldaten mit Pickelhauben! - fantasievoll die Lichtregie von Klaus-Ernst Zimmermann. Bis die Raketen des abschließenden Feuerwerks über dem „Grünen Hügel“ aufsteigen: Drei Stunden unbeschwerte Unterhaltung. Weitere Vorstellungen: 19., 21., 24., 26. und 28. Juli, jeweils 20 Uhr 1. und 9. August, jeweils 19.30 Uhr Fotos: (c) Eutiner Festspiele |
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In den Anfangsjahren der Eutiner Festspiele – die damals noch „Sommerspiele“ hießen – sprach man an einem solchen Abend von „Freischützwetter“.
Gewicht: Offenbachs Operette bietet vor allem unbeschwerte Unterhaltung. Wert auf musikalischen Tiefgang hat der Komponist nicht unbedingt gelegt, auch wenn er seinen Protagonisten schöne sangbare Melodien in die Kehlen geschrieben hat. Seine Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy haben – für Eutin von der Regisseurin Saskia Kuhlmann neu gefasst – das liebevoll-spöttische Bild eines fiktiven Kleinstaates gezeichnet, in dem sich die Fürstin grässlich langweilt und überdies in einen schmucken jungen Soldaten verliebt. Damit endlich einmal etwas geschieht, zettelt die von Stefanie Schaefer sehr unterkühlt gespielte Großherzogin einen Krieg mit dem Nachbarstaat an. Und den gewinnt der von ihr eilig zum General und Oberbefehlshaber beförderte Soldat Fritz (Ladislav Elgr), weil er nie eine Kriegsakademie besucht hat und als erstes den vom bisherigen Befehlshaber General Bumm (Matthias Klein) vorgelegten Aufmarschplan sofort verwirft. 




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