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Buddenbrooks - Stummfilm mit Volker Linhardt am Klavier Melde Dich an, um diesen Artikel auf deinem Merkzettel zu speichern. Artikel drucken Artikel als E-Mail versenden
Von Katjana Zunft
Freitag, 15. Mai 2009
Am Mittwoch, 13. Mai startete die Stummfilmreihe im Filmhaus mit dem 1923 von Gerhard Lamprecht gedrehten Film "Buddenbrooks". Volker Linhardt begleitete den Film auf dem Flügel.

Stummfilme waren schon immer eine Leidenschaft von Volker Linhardt. Ein Film, der ohne Worte auskommt, bei dem die Mimik und Gestik der Schauspieler wichtiger sind als das Gesagte. Die Stimmungen werden lediglich in Musik ausgedrückt und untermalt.

Das ist nicht nur für die Darsteller eine große Aufgabe, sondern auch für den Pianisten. "Ich muss mich über 90 Minuten auf den Film und gleichzeitig auf den Flügel konzentrieren, das stellt auch physisch eine Herausforderung dar", sagt Volker Linhardt, "ein Klavierstück von Mozart dauert normalerweise 20 Minuten.” Aber er machte es gerne, so war diese Reihe auch seine Idee, welche vom Filmhaus gerne angenommen wurde. Die Possehl-Stiftung unterstützt das Projekt, damit ein Flügel geliehen und aufgestellt werden konnte. "Ich wollte kein E-Piano und dann über Lautsprecher spielen, ich wollte den echten Stummfilmklang", erklärt Linhardt. Und das ist ihm gelungen.

Das beim Buddenbrookfilm überwiegend ältere Publikum ist dankbar. Einige kennen Stummfilme noch aus ihrer Jugend und erinnern sich liebevoll an diese Zeit zurück. In einer Zeit, in dem es einen Oscar für Spezial-Effekte gibt, mag man sich wundern, dass so viele Menschen, auch Jüngere gekommen sind. Eine rasante Jagd mit der Kutsche sei früher spontan beklatscht worden, so Britta Dittmann vom Buddenbrookhaus bei ihrer Einführung. Aber der Film ist spannend auch ohne Spezial-Effekte, wesentlich konzentrierter verfolgt man das Geschehen auf der Leinwand. Popcorn essen ist unmöglich, weil es angenehm leise ist. Kein Knistern, keine Handys, kein Eis und auch keine Werbung. Nur der Film und die Musik.

Die Musik improvisiert Volker Linhardt überwiegend, ab und an zitiert er bekannte Stücke, wie z.B. “das Lübecklied” als Thomas Buddenbrook zum Bürgermeister vereidigt wird. Zur Vorbereitung eines Films schaut er sich diesen vier bis fünf mal an und schreibt sich ein Skript - wann ist es traurig, wann dramatisch, wann leicht und wann ist er gänzlich still - das legt er vorher fest. Dann spielt er drauf los und lässt seine Musik von dem Geschehen auf der Leinwand tragen. Das ist ihm sehr gelungen! Man spürt, wie sehr Volker Linhardt diese alten Filme am Herz liegen, "die ja auch immer irgendwie etwas gruseliges haben, durch ihre schwarz-weiß Bilder und die starke Mimik”, sagt er, und da hat er recht.

Der Film selbst löst sich von der Romanvorlage, Thomas Mann fand ihn "strohdumm", aber es ist eine schlüssige Handlung und hat sogar ein Happy-end. Großartige Schauspieler und einige alte Lübeck Bilder sind zu sehen. "Der Stummfilm war nie stumm", sagte Dr. Lange-Fuchs*, und recht hat er! *Künstlerische Leitung Nordische Filmtage

Weitere Termine: 20. Mai "Metropolis", 27. Mai "Nosferatu"



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