| Lübeck hat seinen Konzertsaal Kolosseum wieder |
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Dienstag, 28. April 2009
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Wie sich die Zeiten wandeln! Weil das Veranstaltungshaus „Kolosseum“ in der Kronsforder Allee am Rande der Lübecker Innenstadt als zu unzulänglich für große Konzerte empfunden wurde, bildeten sich in den Siebziger und Achtziger Jahren in der Hansestadt Bürgerinitiativen, die die Forderung nach einem repräsentativen Konzertsaal auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Das Ergebnis ist bekannt: Als Geschenk der Landesregierung erhielt die Stadt die 1992 eröffnete Musik- und Kongresshalle. Die wiederum ist für viele Veranstaltungen zu weitläufig und nicht intim genug. Und so entstand der Wunsch, das liebe alte Kolosseum einer Verjüngungs- und Verschönerungskur zu unterziehen Und weil die großen Stiftungen der Stadt – Gemeinnützige Sparkassenstiftung und Possehlstiftung, aber auch die „Gemeinnützige“ als Betreiberin des Saales – tief in die Tasche gelangt haben, ist der Traditionssaal wie Phönix aus der Asche gestiegen. Die dafür veranschlagten Kosten von 2,1 Million Euro sind um beachtliche 240 000 Euro – also fast zwölf Prozent – übertroffen worden. Als Unterhaltungsstätte hat das Kolosseum eine lange Geschichte. Bereits zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestand hier ein Ausflugs- und Tanzlokal im Gasthaus „Zur Freundschaft“. 1875 erhielt das Etablissement den Namen „Kolosseum“. Seit 70 Jahren betrieb die „Gemeinnützige“ das Veranstaltungshaus. Weil nach dem Zweiten Weltkrieg das Stadttheater von der Britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt wurde, kamen hier vorübergehend die Städtischen Bühnen unter. Später wurde hier ein Kino betrieben. Den Umbau verantwortete das Büro des Architekten Justus Deecke (44), der allerdings etliche Fachkollegen hinzu ziehen musste. Dabei ging es darum, den Bandschutz entsprechend den neuzeitlichen Vorschriften sicherzustellen, aber auch den zuletzt vor 35 Jahren den damaligen Verhältnissen angepassten Saal mit neuester Bühnen- und Beleuchtungstechnik zu versehen. Dabei wurde die Zahl der Sitze um 140 auf 500 verringert – bei den heutigen Verhältnissen für Theater- und Konzertaufführungen völlig ausreichend. Das arg schwülstige Vestibül erhielt eine Akustikdecke und wurde dem Stil unserer Zeit angepasst. Im Saal wurden die Stuckelemente an den Wänden wieder hergestellt. Die manchmal nicht so erfreulichen Sichtverhältnisse gehören der Vergangenheit an. Die Sitzreihen steigen jetzt an. Die Bühne wurde höher gelegt, und für den Flügel wurde ein versenkbares Podest eingebaut. Eine Leinwand ermöglicht Filmvorführungen. Die Akustik ist nach Angaben der Betreiberin herausragend. Die Kammerkonzerte des Vereins der Musikfreunde – die während der Umbauzeit in die Musikhochschule ausgewichen waren - werden jetzt hierher zurückkehren. Auch sonst bestehe schon lebhafte Nachfrage nach dem schön gestalteten Saal, sagt das Sekretariat der „Gemeinnützigen“. Das Haus soll nach den Vorstellungen von deren Vorsteherin Antje Peters-Hirt nicht zuletzt jungen Menschen, Schulen und gemeinnützigen Einrichtungen dienen. Die wirtschaftliche Grundlage soll aber eine gewerblich orientierte Nutzung bieten. |
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