[Interview] Patricia Kelly - "Ich möchte die Herzen von meinem Publikum berühren" Melde Dich an, um diesen Artikel auf deinem Merkzettel zu speichern. Artikel drucken Artikel als E-Mail versenden
Von Stephanie Gerlich
Donnerstag, 16. April 2009
Foto: Veranstalter
Seit sie ein Kind war, steht Patricia Kelly auf der Bühne. Zusammen mit ihren Geschwistern hat sie auch die größten Stadien gefüllt. Seit geraumer Zeit ist Patricia Kelly auch ohne die Familie unterwegs, aber natürlich nicht ohne ihre Musik. Vor ihrem Konzert in Lübeck am 25. April hat sie der Unser Lübeck-Redakteurin Stephanie Gerlich einige Fragen zu ihrer Musik und ihrer Karriere, zu Gott und der Welt beantwortet.

Vor über 30 Jahren begann die Karriere der Kelly Family. Sind Sie noch mit Ihren Geschwistern auf Tourneen unterwegs?
Im Moment machen wir eine Pause. Letztes Jahr hatten wir jedoch über 30 erfolgreiche Konzerte zusammen.

Was waren die schönsten Momente in den 30 Jahren, welche die schwersten?

Die Schwerste war definitiv als meine Mutter gestorben ist. Schönste… Es gab viele schöne Momente, zum Beispiel das erste Fußballstadium mit 80.000 Menschen war ein Highlight. Aber auch der Besuch eines an Krebs sterbenden jungen Mädchens. Sie hatte als letztes Wunsch, dass wir für sie singen, am Krankenbett. Das war ein sehr bewegender Moment.

Wie haben Sie den riesigen Erfolg der Kelly Family empfunden? Ist es heute ein Ansporn für Ihre Solo-Karriere oder eine Last?
Es ist natürlich positiv für meine Solokarriere. Jedoch war es persönlich eine Zeit, die sehr durch die Arbeit geprägt war, und mein persönliches Leben blieb einige Jahre auf der Strecke. Heute ist mein Leben viel ausgeglichener.

Früher haben Sie mit der ganze Familie auf der Bühne gestanden, heute stehen Sie ganz im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit als Solo-Künstlerin. Was ist da für ein Gefühl? Wünschen Sie sich gelegentlich doch eine Band um sich herum?
Ja, Sie haben Recht, es ist sehr komisch. Ich fühle mich manchmal wie nackt auf der Bühne. Jedoch gewöhne ich mich langsam dran. Die Stimme muss mehr arbeiten, ich kann mich nicht hinter meinen Geschwistern verstecken. Das Ideal für mich wäre, mit meiner Familie zu touren und nebenbei meine Solokarriere mit meiner eigenen Band zu spielen. Warum nicht beides?

Wie sind Sie auf die Zusammenarbeit mit einem Jazzmusiker wie Peter Materna gekommen? Liegt Ihnen der Jazz näher als der Folk mit der Kelly Family?

Peter habe ich durch meinen Bruder Angelo kennengelernt. Ich war sehr angetan von seiner Art und Weise, wie er Saxophone spielt. In der Kunst kommen verschiedene Welten zusammen, oft durch Begegnungen von Menschen. Und so entstand dieses außergewöhnliche Projekt. Ich bringe Folk rein, und er bringt Jazz. So entsteht ein neuer Sound. Zurück zur Frage, ich bin mit Folk aufgewachsen, ich liebe Folk, aber ich bin fasziniert von unendlichen Möglichkeiten der Jazz-Musik.

Wie lassen sich eigentlich Jazz und Folk verbinden?

Da haben Sie mir eine Frage gestellt Vielleicht liegt der Schlüssel darin, dass wir meine Kompositionen von Anfang an zusammen arrangieren. Peter ist sehr offen für andere Richtungen. Er ist ein außergewöhnlicher Jazz-Musiker. Wir haben noch sehr viel vor, und es macht riesig Spaß die Lieder zu gestalten und zu spielen. Meine Kompositionen sind eher folkmelodisch, und Peter bringt Jazz-Harmonien dazu.

Nach Ihrer schweren Krankheit haben Sie sich als Christin zu Jesus bekannt. Welche Rolle spielt Gott heute in Ihrem Leben und in Ihrer Musik, in Ihren Texten?

Für mich ist der Glaube das wichtigste in meinem Leben. Jedoch es ist konkret, im Alltag. Es wäre absurd zu sagen, dass es nicht meine Musik und Kompositionen beeinflusst. Für mich ist mein Glaube eine Art zu leben. Das bedeutet, in alles was ich tue, vom guten Morgen-Kuss für meinen Mann und Kinder über den Einkauf im Supermarkt bis zu meiner Musiktätigkeit. Gott ist für mich konkret und überall. Meine Kompositionen, über was ich singe, wird von meinem Alltag inspiriert.

In wenigen Tagen sind Sie in Lübeck zu Gast. Was dürfen die Besucher Ihrer Acoustic-Tour in der Musik- und Kunstschule erwarten? Und was erwarten Sie?

Auf jeden Fall möchte ich meinem Publikum einen wunderschönen Abend schenken, dass sie den Alltag vergessen, und alle Sorgen. Ich werde viele alte Lieder singen, von früheren Zeiten, in 6 Sprachen, und mein Publikum mit auf die Reise nehmen, eine Art Biographie, wo ich auch viele schöne Erinnerungen mit ihnen teilen werde. Es soll ein sehr persönlicher und sympathischer Abend werden. Was ich erwarte? Dass keiner Tomaten schmeißt. Ich wünsche mir, dass ich die Herzen von meinem Publikum berühren kann.

Frau Kelly, wir danken Ihnen herzlich für das Interview und freuen uns auf das Konzert. Natürlich werden wir dabei sein.

Patricia Kelly "Essential": Samstag, 25. April 2009, 19 Uhr in der Musik- und Kunstschule


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