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Von Susanne Steger
Montag, 13. April 2009
Haggard
Wer am vergangenen Samstag an der MuK in Lübeck vorbei kam, hat sie gesehen, die vorzugsweise in Schwarz gekleidete Horde von Metal-Fans, welche sich hier zum ersten Rocktower Festival der Hansestadt trafen. Hunderte sind am Freitagabend früh ins Bett gegangen, um schon vormittags da sein und 13 Stunden lang neun Bands aus Finnland, Schweden, Griechenland und Deutschland genießen zu können.

Schon vormittags tummelten sich Anhänger der Metal-Szene aller Alterklassen vor den Räumlichkeiten der MuK, wo das Spanferkel über dem Grill brutzelte, der Getränkestand verkaufsbereit war und ein „Schoolbus“, welcher im Handumdrehen zum „Coolbus“ umfunktioniert wurde, das Genre ankündigte, um welches es sich hier heute drehte: Heavy Metal.

Kivimetsän Druidi
Um 12 Uhr mittags startete dann die erste Band namens „Kivimetsän Druidi“, und obwohl es noch so früh am Tage war, zeigte Lübeck Präsenz. Selbst die fünf Finnen um Frontfrau Leeni-Maria waren überrascht, eine halb volle Halle zu sehen. Zunächst standen die Hörer noch zurückhaltend in Reih und Glied, doch der Symphonic Metal der kriegerisch angemalten Finnen und die glockenklare Stimme der schönen Sängerin, die im mittelalterlich angehauchten Kostüm wie ein Blumenkind über die Bühne tanzte, brachen schnell den Bann und es wurde fröhlich mitgeklatscht.




In den Umbauphasen hatten die Besucher Zeit, das fantastische Wetter zu genießen, oder aber sich beim „Meet and Greet“ ein Autogramm der Bandmitglieder zu ergattern.

Stone Cold Black
Als nächstes stürmten fünf langhaarige Hamburger die Bühne und ballerten den Gästen feinsten Trashmetal um die Ohren. Animiert von rasanten Gitarrensolos und einer Double-Base-Drum, die tief in den Magen ging, pogten die ersten Wilden los.




Bullet
Eingeleitet vom Sound eines blubbernden Motorrades, startete gegen 14 Uhr der Auftritt der schwedischen Heavy Metal Band „Bullet“. Die spürbar vollere Halle wurde sofort von der feurigen Ausstrahlung der fünf Jungs und ihrem Gute-Laune-Metal angesteckt, so dass schon nach kürzester Zeit der erste junge Mann über die Köpfe des Auditoriums getragen wurde.




Paul Di'Anno
Hierauf folgend durften wir den ersten Leadsänger der heute so erfolgreichen Band „Iron Maiden“ Paul Di’Anno begrüßen. Der offensichtlich angeschlagene Sänger überzeugte nach und nach das anfangs noch zögerliche Publikum durch seine hervorragende gesangliche Leistung. Auch eine viel zu leise Sologitarre hielt den Mob nicht vom Pogo tanzen ab.




Firewind
Im Anschluss rissen die Mitglieder der griechischen Band „Firewind“ die Besucher angesichts ihrer energiegeladenen Darbietung mit. Das sympathische Quintett zeigte Publikumsnähe, und ihre beiden virtuosen Gitarrenspieler raubten einem den Atem.




Deathriders
Und wo war Lübeck nun gegen sechs Uhr abends? Döner essen, sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen oder schon müde? So wie es aussah, haben sich die Anhänger der Szene eine kleine Pause gegönnt, als die „Deathriders“ das 25. Jubiläum ihrer Scheibe „Fistful of metal“ zelebrierte, denn bevor unsere Lübecker Stammgäste „Korpiklaani“ antraten, war die Bude plötzlich gerammelt voll.




Korpiklaani
Bereits vor den ersten Klängen klatschten die Fans die naturverbundenen, von der traditionellen finnischen Volksmusik beeinflussten Heavy Metaller auf das Podium. Und sie erwiesen ihrem Ruf alle Ehre. Fröhlich und ausgelassen tanzte die Masse sowohl auf alte, bekannte Lieder, als auch auf die neuen Stücke, die gerade für das am 26. Juni erscheinende Album „Karkelo“ aufgenommen werden. Auf die Frage des Sängers Jonne Järvelä, was die Anwesenden zu hören wünschten, war ein einstimmiges „Beer beer“ zu vernehmen. Nach einem kleinen Joke, dass er nicht gefragt habe, was wir trinken wollen, sondern was wir hören wollen, nahmen sie den Wunsch ihres Publikums und ihren letzten Song des Abends in Angriff.




Ensiferum
Und auch um halb zehn waren Lübeck und seine Gäste noch nicht müde. Ganz im Gegenteil, bei der finnischen Death Metal Band „Ensiferum“ bewiesen sich ihre Jünger textsicher. Die in „Finnenröcken“ gekleideten Protagonisten entfachten einen musikalischen Sturm, der die Haare zum Wehen und die Erde zum Beben brachte.




Haggard
In den letzten eineinhalb Stunden verzauberte das Münchner Metal-Orchester „Haggard“ ihre Hörer. Die elf anwesenden Mitglieder bewiesen wieder einmal, dass klassische Musik mit Violine, Viola, Cello, Klavier und Oboe kein Gegensatz zu schwer gitarrenlastiger Musik sind, sondern beides eine mystische und ergreifende Symbiose eingehen kann. Wie die Musikinstrumente, vereinten sich auch die konträren Singweisen von Sopran, Tenor und Grunt-Gesang, welche die Fantasy-Geschichten des Landes Ithiria erzählten. Und so ging der Abend majestätisch auf sein Ende zu.




Wie auch das letzte Ensemble möchten wir an dieser Stelle dem Veranstalter für dieses gelungene Festival danken, das die Stadt Lübeck um ein weiteres kulturelles Event bereicherte und hoffen darauf, auch im nächsten Jahr ein vielleicht sogar noch größeres und über zwei Tage andauerndes Rocktower Festival besuchen zu können.

Fotos: (c) Olaf Malzahn

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Kommentare von Lesern

jau, dat war für lübeck mal ne richtig goile veranstaltung! metal up! nächstes jahr gerne wieder!

Von maaguz, am 22.04.2009 um 23:38
 
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