The Wrestler - bewegendes Comeback von Mickey Rourke Melde Dich an, um diesen Artikel auf deinem Merkzettel zu speichern. Artikel drucken Artikel als E-Mail versenden
Von Stephanie Gerlich
Freitag, 27. Februar 2009
Das Leben ist sonnig, wenn man jung ist und auf der Erfolgungswelle schwimmt. Nur irgendwann ist diese Zeit einfach zu Ende. Meistens merkt man das erst recht spät. Vielleicht zu spät.

Über das Altern, die Liebe und den Erfolg ist Darren Aronofsky ein einzigartiger Film gelungen. Mickey Rourke hat ein bitter-schönes Comeback als alternder Wrestling-Star, der mit Show-Kämpfen sein Geld verdient, das kaum ausreicht für all die Pillen, Spritzen und Alkoholika, die er braucht, um seine Form 20 Jahre nach dem Höhepunkt seiner Karriere halbwegs aufrecht zu erhalten. Randy „The Ram“ Robinson ist ein Gladiator der Moderne. Zu blutigen, inszenierten Prügeleien steigt er mit den anderen Schauspielern in den Ring. Diese Shows sind keine Kaffeekränzchen – die Zuschauer wollen Action, und die bietet ihnen „The Ram“. Stacheldraht, fliegende Tische und Stühle, auch ein Tacker lässt er sich gefallen, damit das Publikum ihn verehrt.

Nach dem Kampf werden die Wunden verklebt, doch eines Tages bricht Randy mit einem Herzinfarkt zusammen. Der Rat des Arztes, Steroide und Kämpfe zu lassen, um sein Leben zu behalten, bringt Randy dazu, das Wrestling aufzugeben. Einsamkeit quält ihn, die er jahrelang in den Exzessen in der Arena – mittlerweile nur noch Turnhallen in ländlichen Kleinstädten - verdrängt hatte. Er versucht, die Beziehung zu seiner Tochter (Evan Rachel Wood) zu kitten und verliebt sich in die Stripperin Cassidy (Marisa Tomei).

Mickey Rourke, in schauspielerischer und körperlicher Bestform, hätte einen Oscar für seine Rolle als abgewrackter Wrestler in einem Trailer-Park alle Mal verdient. Das Rennen hatte dann doch Sean Penn (Milk) gemacht. „The Wrestler“ ist eben ein Film über das Verlieren. Auch das Drehbuch (Robert D. Siegel) verzettelt sich nicht in Nebenhandlungen und ist von Aronofsky einfach perfekt umgesetzt – die Handlung bleibt dicht und konzentriert, sentimental und bewegend, aber nicht kitschig. Sogar das Ende ist gelungen. Ein schöner Abgang, musikalisch passend untermalt mit einem 80er Jahre-Rock-Revival. Guns’N’Roses, Bruce Springsteen – ganz stimmig.


Foto und Trailer: (c) Kinowelt

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