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Krise oder Nicht-Krise? - Eine Umfrage beim Einzelhandel in der Hüxstraße |
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Von Britta Koth
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Donnerstag, 15. Januar 2009
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Wir wollten es einmal genauer wissen – stimmen sie, die
apokalyptischen wirtschaftlichen Vorhersagen vom Herbst 2008? Sind sie korrekt,
die Umsatz-Jubelrufe am Ende des Jahres? Anhand einer Umfrage bei
Einzelhändlern der Lübecker Hüxstraße wird deutlich: weder – noch. Doch auch dieses
Ergebnis hilft weiter…
In etwa gleich?
Von den befragten Einzelhändlern gibt die Mehrzahl an, dass
der Weihnachtsumsatz dem im Vorjahr in etwa geglichen hat. Wenn es Abweichungen
gibt, dann eher zum etwas Besseren. Diese Aussagen ziehen sich quer durch fast alle
Branchen – vom Buchhandel, über Bekleidung und Fotografie bis hin zu
Lebensmitteln und Interieur. Ist also alles beim Alten geblieben? Hat der Verbraucher,
der ansonsten so leicht zu verunsichern ist, unerschüttert weiter verbraucht? Mal
gucken…
Wissen, dass man
nichts weiß
Die Krise ist ja für die meisten Verbraucher (noch) gar
nicht spürbar. Dennoch ist das Verbraucherverhalten mit dafür verantwortlich,
ob und wo sie spürbar werden könnte. Doch dieses Verhalten ist weit entfernt
von Voraussagbarkeit: Es gab Kunden, die
kleckerten statt zu klotzen, was z.B. dem Kunsthandwerk und Interieur-Studios
zugute kam. Andere warteten bis kurz vor Weihnachten – um dann gezielt „den
Umsatz zu beleben“. Viele Kunden haben, abweichend vom Vorjahr, besonders teure
Artikel gekauft, nach dem Motto: „Wenn ich nicht weiß, ob ich nächstes Jahr noch
Geld habe, gebe ich es besser gleich aus.“ Auf Weihnachtsfeiern und -events
wurde häufig verzichtet – schlecht für einige Gastronomen. Gut für die
ansässige Lebensmittel- und Haushaltswaren-Branche. Ein Händler fasste seine Erfahrungen wie folgt
zusammen: „Es wird weniger Überflüssiges gekauft.“ Ein anderer: „In Krisenzeiten
geben die Leute besonders viel für Luxusgegenstände aus.“ Und einige Händler
erzählten, dass sie sich dieses Jahr selber nichts gekauft hätten. Fazit: Von
Verschwendung bis Zurückhaltung war das Kaufverhalten offenbar extremer. Die
Zahlen machen daraus ein „in etwa gleich“.
Prognosen? Nein,
Danke!
Nicht nur Wirtschaftsexperten, auch Ärzte haben ihre Definition
der Krise: Sie gilt als Zeit, in der man nicht weiß, wie es weiter geht. Ist erst
mal klar, dass der Patient stirbt, ist die Krise vorbei. Zu den Kennzeichen
einer Krise gehört, dass Prognosen versagen. In diesen unklaren Zeiten kann wilder
Aktionismus genau so schädlich sein, wie tatenlose Windstille. Die
Einzelhändler in der Stadt der Buddenbrooks scheinen das zu wissen. Sie zeichnen
sich offenbar durch die typische Nüchternheit hanseatischer Kaufleute aus. Wie
drückt es ein Händler aus? „Krise? Geh mir ab... erst ma gucken.“ Eben.
Fotos: Britta Koth
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Ohne dass ich mich als pessimistisch ansehe, glaube ich, dass die Hüxstraße ein einseitiges Meinungsbild liefert. Man hat hier die motivierten Einzelhändler mit überwiegend gut zahlungsfähiger Stammkundschaft.
Diese Studie verdeutlicht, dass es eine Gruppe gibt, die Geld ausgeben kann.
Bei dieser Gruppe spielt Geld teilweise keine Rolle.
Im Gegensatz dazu gibt es die Mehrzahl, die sich immer weniger leisten kann.
Gruß JK-Info
( www.insolvenz000.de )
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