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Zwei Jahre dauerte es, bis das in Lübeck konzipierte und umgesetzte Musical auch mal in Lübeck zu sehen war. Dass das Ensemble ein sehr unterhaltsames und überzeugendes Werk ablieferte, lässt sich am ehesten an der begeisterten Reaktion des stehend applaudierenden Publikums, von dem man sich allerdings eine größere Anzahl gewünscht hätte, ablesen.
Von Marvin
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Seit mehr als einem Menschenalter haben es unsere Theater versäumt, junge Menschen an das Musiktheater heranzuführen. Die Folgen sind erschreckend. Dabei zeigt nicht nur das unsterbliche Weihnachtsmärchen, dass kleine Kinder durchaus bereit und in der Lage sind, kindgerecht zubereitetem Geschehen auf der Bühne zu folgen und sich dafür zu begeistern. Peter Lunds Kinderstück „Hexe Hillary geht in die Oper“ ist nach seinen Erfolgen anderen Ortes nun auch an die Trave gekommen. Und hat hier ein begeistertes Publikum gefunden.
Von Horst Schinzel
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Wenn zwei fanatische Cineasten einem breiten Publikum ihren Lieblingsklassiker Frankenstein zeigen wollen und dann in der Anfangssequenz der Film reißt, ist es für die beiden Freaks der totale Supergau - oder der Anfang des neuen Stücks im Combinale. Unter der Regie von Florian Hacke laufen Wolfgang Benninghoven und Rodolphe Bonnin zu Hochtouren auf.
Von Majka Gerke
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Das Theater Lübeck hat dieses Stück, verfasst von Michael Wallner, im Jungen Studio uraufgeführt. Der Börsenheld Dirk Fischer flieht nach dem letzten großen Finanz-Crash
nach Rio, versucht einen Selbstmord, beginnt eine Affäre mit einer
ihrerseits krisengebeutelten Ureinwohnerin und kehrt schließlich
unbelehrt und ungeläutert in die ebenfalls unveränderte
mitteleuropäische Finanzwelt zurück.
Von Uta Lemper
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Es ist kein Stück zur Erbauung Arbeitsloser, obschon es gerade auch deren aktuelle Realität trifft. Dazu ist es zu düster und beklemmend. Gezeigt werden die Langeweile und Perspektivlosigkeit einer Frau ohne Lebensaufgabe sowie der Reiz von Gewalt und Machtmissbrauch als Ausweg, der sich wiederum als Irrweg entpuppt. Nebenbei wird an der Kälte der patriarchalischen Karrierewelt und an der Konsumgesellschaft Kritik geübt. Die Vater-Tochter-Beziehung dieses starken, unangepassten Frauencharakters aus dem Fin de siècle ist der gruselige, geheimnisvolle Hintergrund in der Inszenierung. Der Regisseur Klaus Hemmerle betont den Horror der kleinbürgerlichen Katastrophe, das Schicksalhafte.
Von Dr. Kirstin Hartung
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Wie ist Johann Strauß’ Meisterwerk Der Zigeunerbaron einzuordnen? Als Oper oder als Operette? Die Eutiner Festspiele – damals noch Eutiner Sommerspiele – verkauften das Stück vor mehr als fünfzig Jahren als „Komische Oper“. Und auch in Lübeck ist man sich da nicht so ganz schlüssig, wie ein Beitrag der dortigen Musikdramaturgin Dr. Katharina Kost im Programmheft zeigt. Nun – nach 150 Minuten weiß man’s: Für den hier schon bekannten Regisseur Jürgen Pöckel ist dieses Werk in erster Linie ungarische Nationaloper. So bringt er des Meisters ohnehin sehr opernhaft ausgearbeitete Musik über die Bretter des Hauses an der Beckergrube.
Von Horst Schinzel
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Aufführungen von Verdis „Maskenball“ - in Lübeck unter dem Originaltitel „Un ballo in maschera“ – sind für den historisch kundigen Musikfreund im Norden immer besonders reizvoll. Wie erinnerlich, war das Vorbild der hier veroperten Geschichte der Mord an dem schwedischen König Gustav III.
Von Horst Schinzel
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Nimmt man sich als Zuschauer mal Gedankenfreiheit und fragt sich, ob Don Karlos wirklich so modern ist, wie behauptet wird, dann kann man zu dem Schluss kommen, dass auch die belebendste Kraft des besten Regie-Theater nichts nützt, wenn das Stück schon längst verwest ist.
Von Melanie Mispelzweig
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Es ist eine doppelte Premiere, die am Freitagabend stattfindet: Nicht nur für Friedrich Schillers „Don Karlos“ sondern auch für den Regisseur Niklaus Helbling, der seine erste Lübecker Inszenierung auf die Bühne bringt. Aus den Kammerspielen macht er traumatisch-transparente Kammern des Schreckens.
Von Britta Koth
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Robert Louis Stevensons aufregende Novelle von „Jekyll und Hyde“ ist mehrfach verfilmt worden. Das Musiktheater hat sich dieses Stoffes erst spät angenommen. Die Pop-Oper „Jekyll & Hyde“ des amerikanischen Komponisten Frank Wildhorn (50) entstand gerade einmal vor nicht zwanzig Jahren und hat erst vor rund einem Jahrzehnt die europäischen Bühnen erobert. Und jetzt ist das großartige Werk auch in Lübeck zu erleben.
Von Horst Schinzel
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