»Wenn man‘s kann ungefähr ist‘s nicht schwer – ist‘s nicht schwer.«
Als Kriegsheimkehrer kommt der junge Sándor Bárinkay zurück an seinen ungarischen Heimatort, wo sich inzwischen der Schweinezüchter Zsupán die Güter seiner Eltern angeeignet hat. Bárinkay verliebt sich in Zsupáns Tochter Arsena und erhofft sich von einer Heirat mit ihr Versöhnung auch mit Zsupán. Arsena jedoch ist bereits Ottokar versprochen, den sie auch ehelichen möchte, weswegen sie die Bedingung formuliert, ihr Bräutigam müsse mindestens Baron sein. Bárinkay lässt sich daraufhin von der Zigeunerin Czipra, die in ihm den Sohn der alten Herrschaft erkennt, zum Zigeunerbaron adeln. Nötig ist das nun allerdings nicht mehr, denn schon hat er sich in Czipras schöne Tochter Saffi verliebt. Doch neue Hindernisse stellen sich seinem Glück in den Weg: Bárinkay soll eine vermisste Kriegskasse geraubt haben, Saffi dagegen ein türkisches Paschakind sein. Nur erneuter Ruhm im Krieg verspricht da noch Abhilfe ...
»Der Zigeunerbaron« bescherte Johann Strauß inmitten politischer Unruhen und Spannungen 1885 den größten Bühnenerfolg seines Lebens. Mit ihren großen Ensembles, dramatischen Finali und mitreißenden Chören rückt die Operette formal in die Richtung der komischen Oper. Beschwingte Walzermelodien und ungarische Rhythmen, Csárdásklänge und Zigeunerweisen, mit Witz erdacht und arrangiert, garantieren ihr zusammen mit dem bodenständigen Humor der Geschichte bis heute neben der »Fledermaus« und »Eine Nacht in Venedig« den größten Publikumszuspruch unter allen Strauß’schen Operetten.
Foto: »Wiener Blut« 08/09
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