Was heute der Glaubenskrieg zwischen Macintosh-, Linux- und Windows-Usern, war einst eine überschaubare Angelegenheit der beiden Kontrahenten Amiga und dem letztlich trotz seiner Überlegenheit gescheiterten Atari ST. Die Commodore-Community der ersten Stunde schwor auf ihren C64, Newbees schätzten ihre Nintendo- und Sega-Handhelds wie -Konsolen. Desert Planets sprechen mit ihrem Elektro-Spacepunk, einem verqueren Stilmix aus Disco-Trash und 8-Bit-Easy-Listening so ziemlich jede Spielergeneration und darüber hinaus alle Freunde des Dancefloors an. Aber mal ehrlich was erwartet der durchschnittliche Musik-Konsument beim Stichwort "Musik aus Lappland"? Zweifelsohne alles mögliche, sicherlich aber nicht 8-Bit-Gameboy-Sound-infizierte Disco-Punk Bleeps. Nichts anderes nämlich tun die beiden Desert Planet-Macher Jari Mikkola und Jukka Tarkiainen:In endlosen Polarnächten tief über ihre Tastaturen gebeugt, höchst lebendige Pop-Hymnen zaubern, die dabei doch immer klingen als würde sich Dein alter Gameboy gerade wutentbrannt über eine Playstation 2 hermachen.
Der Club wird zum Spielzimmer, wenn Timmo, Nolde Royal und Naomi Sample den Raum betreten, um ihn mit ihrer 8-Bit-Hardware zu beschallen. Bereits das erste Bleep dürfte Erinnerungen an verdrängte Spielhallenerlebnisse zurück ins Gedächtnis rufen. Beats klingen nach Pacmans Fressorgien, Melodien nach Tetris und die Vocals des Frontmännekens Timmo lassen das starre Gesicht des ersten eigenen Spielzeugroboters wieder direkt vor Augen erscheinen. Der Commodore 64 dient als Hauptklangquelle, während Nolde und Naomi ihre Tasteninstrumente aus vergangenen Tagen um die Wette bezweifingern.
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